Wegen Luftverschmutzung müssen sich die Reederei P&O und der Kapitän der AZURA in Frankreich in einer Abgasklage vor Gericht verantworten.

Wegen des Vorwurfs der Luftverschmutzung müssen sich die britische Reederei P&O und der Kapitän der AZURA in Frankreich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf der ersten Abgasklage von offizieller Seite in einem europäischen Hafen gegen ein Kreuzfahrtschiff: Reederei und Kapitän hätten bewusst die Luft verpestet! Die Staatsanwaltschaft von Marseille verlangt in ihrer Klageschrift eine Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro. Der Vorwurf der Anklagebehörde: Die AZURA soll bei einem Aufenthalt Ende März in der südfranzösischen Hafenstadt die Luft unnötig stark verpestet haben. Demnach hatte die Besatzung das Schiff in Barcelona wissentlich mit einem zu schwefelhaltigen Treibstoff betankt, weil dieser billiger war, und sei damit dann nach Marseille gefahren.

Der Staatsanwalt begründete die Abgasklage damit, dass P&O zulasten der Gesundheit der Menschen in Marseille habe Geld sparen wollen. Der Staatsanwalt warf dem 58-jährigen Kapitän, vor, ganz genau von der Beschaffenheit des Treibstoffs gewusst zu haben. Die Firma habe „die geltenden rechtlichen Vorschriften nicht anwenden wollen“. Die 300 Meter lange AZURA kann bis zu 3000 Passagiere aufnehmen. Immer mehr Küstenstädte beklagen die große Umweltverschmutzung durch das von den Schiffen verbrannte Schweröl. In Frankreich gelten ab 2020 daher strengere Umweltschutznormen für alle Schiffe, nicht nur für Kreuzfahrtriesen.