Kreuzfahrern steht nach Urteil des Amtsgerichts Rostock kein Schadenersatz zu, wenn ihre Kreuzfahrt wegen der Corona-Pandemie absagt wird.

Kreuzfahrtgästen steht nach einem Urteil des Amtsgerichts Rostock kein Schadenersatz zu, wenn ihre Kreuzfahrt wegen der Corona-Pandemie absagt wird. Der Reiseveranstalter ist laut Entscheidung der Rostocker Richter dazu berechtigt, den Reisevertrag zu kündigen. Das gelte selbst dann, wenn keine Reisewarnung für die Länder vorliegt, die auf der Kreuzfahrt angelaufen werden sollten. In dem verhandelten Fall ging es um eine Kreuzfahrt in Südostasien und Australien im Februar 2020, die nur acht Tage vor Reisebeginn abgesagt wurde. Die Reederei begründete den Schritt mit der Ausbreitung der Corona-Pandemie. So habe ein Kreuzfahrtschiff bereits in Quarantäne gemusst, einem anderen Schiff sei das Einlaufen in mehreren asiatischen Häfen verboten worden. Unstrittig war, dass die Klägerin das Geld für die Kreuzfahrt zurückerstattet bekam, denn bei der Absage einer Pauschalreise müssen Reederei oder der Veranstalter das Geld zurückzahlen. Die verhinderte Urlauberin klagte jedoch auch auf Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden und verwies darauf, dass keine Reisewarnungen des Auswärtiges Amtes vorgelegen hätten.

Das Gericht entschied aber gegen die Klägerin: Es bestünden keine Zweifel daran, dass es sich bei einer Pandemie um unvermeidbare außergewöhnliche Umstände handelt. Die Reederei habe zum Zeitpunkt der Absage mit einer ernsten Gefährdung rechnen müssen, die eine ordnungsgemäße Durchführung der Reise habe behindern oder sogar vereiteln können. Deswegen sei für die Absage der Kreuzfahrt keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vonnöten gewesen. Das Urteil des Amtsgerichts Rostock ist unter dem Aktenzeichen 47 C 59/20 zu finden.