AIDA Cruises will wegen der Corona-Krise auf Staatshilfen zurückgreifen und schickt 1.500 Mitarbeiter in Rostock und Hamburg in Kurzarbeit

Update (9.11.): Aida Crusises hat Staatshilfen beantragt, ein entsprechender Antrag soll an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds gestellt worden sein. Dabei geht es um Hilfen in Höhe von 400 Millionen Euro. Für diese Summe würde der Staat bürgen, außerdem gibt es Gespräche über eine Beteiligung des Landes Mecklenburg-Vorpommern an dem Unternehmen.  Die Reederei soll Umsatzausfälle in Höhe von 400 Millionen Euro – jeden Monat! So sei in den vergangenen Monaten  bei Europas größtem Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere, zu dem auch Aida gehört, ein hoher Millionenverlust entstanden. Auch die Mutter der beiden Marken, der börsennotierte US-Kreuzfahrtriese Carnival hatte in seiner Quartalsbilanz veröffentlicht, im Sommer praktisch kein Geld verdient zu haben. Danach brachen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 99,5 Prozent auf 31 Millionen US-Dollar ein und es mussten Verluste  von rund 2,5 Milliarden Euro hingenommen werden. Carnival hatte dabei auch vorhergesagt, im letzten Quartal des Jahres 2020  weitere 1,5 Milliarden Euro Minus zu machen.

Weitere Informationen unter: https://www.welt.de/wirtschaft/article219530968/Kreuzfahrten-Preise-werden-nach-der-Corona-Pandemie-deutlich-steigen.html

Ursprungsmeldung: Nach A-Rosa Flussreisen, die vom Land einen Bürgschaftskredit erhalten hat, möchte mit Hochsee-Anbieter AIDA Cruises die zweite Reederei aus Mecklenburg-Vorpommern wegen der Corona-Krise auf Staatshilfen zurückgreifen. Aida Cruises mit Sitz in Rostock verhandelt mit Banken und der Bundesregierung über Finanzhilfen in Millionenhöhe. Es geht darum, ob das Unternehmen auch unter den Rettungsschirm des Bundes darf. Alle finanzpolitischen Möglichkeiten werden geprüft, darunter auch Möglichkeiten von Staatshilfen. Dabei geht es um einen Überbrückungskredit in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro. Hilfe für Aida als einem der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern ist wichtig, aber dafür muss zum Einen erstmal das Unternehmen ein Konzept vorlegen und dann noch die Deutsche Bank als Hausbank sich bewegen.

Seit Mitte März hat Aida praktisch keine Umsätze mehr. Mit dem Betriebsrat wurde vereinbart, zunächst bis Jahresende einen Großteil der 1.500 Mitarbeiter in Rostock und Hamburg in Kurzarbeit zu schicken. Davon sind am Standort Rostock rund 800 Mitarbeiter betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden aber bislang ausgeschlossen. Aida Cruises beschäftigt insgesamt rund 15 000 Mitarbeiter. Aida gehört zum britisch-amerikanischen Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation mit Sitz in Miami. Die Schiffe der Reederei fahren unter italienischer Flagge. Die Schiffe der Flotte liegen inzwischen nur noch mit Notbesatzungen in unterschiedlichen Häfen fest. Die Crews, darunter viele aus asiatischen Ländern, sind bereits größtenteils wieder zu Hause. Allerdings sitzen immer noch einige Hundert Mannschaftsmitglieder fest, denn die Heimreise in einige Länder beispielsweise Indien ist derzeit nicht beziehungsweise nur unter erheblichen Einschränkungen möglich.

Weitere Informationen unter https://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Aida-in-Not-Reederei-schickt-bis-zu-1500-Mitarbeiter-bis-Jahresende-in-Kurzarbeit