Die Antarktis verliert sechs Mal schneller Eis, als das noch in den 1980er Jahren der Fall war. Zu dieser Erkenntnis kommt jetzt eine neue Studie

 

Die Antarktis verliert sechs Mal schneller Eis, als das noch in den 1980er Jahren der Fall war. Zu dieser Erkenntnis kommt jetzt eine neue Studie, die von mehreren Wissenschaftlern publiziert wurde. Die neuen Erkenntnisse basieren auf Luftaufnahmen, Satellitenvermessungen und Computermodellen, deren Daten ergaben, wie schnell der südliche Kontinent seit 1979 schmilzt.

Während in den 1980ern der jährliche Verlust der Antarktis rund 40 Milliarden Tonnen Eis war, sind es seit 2009 jährlich rund 252 Milliarden Tonnen Eis. Als besonders gefährdet gilt die östlichen Antarktis, die bislang als relativ stabil galt. Hier gingen 51 Milliarden Tonnen Eis verloren. Die Antarktis verliert damit inzwischen so viel Eis wie Grönland. Beide Eisschilde zusammen verzeichnen einen Verlust von jährlich rund 350 bis 600 Milliarden Tonnen Eis. Das entspricht einer Wassermenge die, die die gesamte Europäische Union mit gefüllten Badewannen zustellen würde. Diese Wassermenge ist auch die Gefahr für Küstenbewohner rund um die Welt, denn die Wissenschaftler rechneten auch aus, dass der zunehmende Eisverlust eine Erhöhung des Meeresspiegels von mehr als 3 Metern innerhalb eines Jahrhunderts zur Folge hat.

Die Studie ist von einem exzellenten Forscherteam erstellt und beruht auf aktuellen Daten. Diese Daten zeigen eindeutig, dass sich der Eisverlust der Antarktis stark beschleunigt. Ob diese Entwicklung weiter anhält oder sich sogar noch verstärkt kann man derzeit noch nicht sagen. Sicher scheint jedoch, dass eine weitere Erwärmung der Erde zu immer schnellerem Eisverlust auf Grönland und der Antarktis führen wird. Vom Anstieg des Meeresspiegel wären dann auch große Küstenstädte wie New York, Rio de Janeiro, Sydney oder Barcelona betroffen.

Die Studie ist hier nachzulesen: https://www.pnas.org/content/early/2019/01/08/1812883116