Der berühmte Leuchtturm Phare de la Jument in der Bretagne soll mithilfe eines speziellen Betons vor dem Verfall gerettet werden.

Der berühmte Leuchtturm Phare de la Jument in der Bretagne soll mithilfe eines speziellen Betons vor dem Verfall gerettet werden. Der 47 Meter hohe Leuchtturm liegt rund zwei Kilometer vor der Insel Ouessant im Meer und ist ein äußerst beliebtes Fotomotiv. Der 1911 erbaute Leuchtturm schickt noch immer Lichtsignale über den Atlantik und ist trotz neuer Technik wie GPS-Satellitennavigation ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt. Meersalz und -wasser haben über die Jahre an dem Betonfundament genagt und für Risse sowie Ausspülungen gesorgt. Der Turm ist außerdem jedes Jahr starken Winterstürmen mit hohen Wellen ausgesetzt, was zwar zu spektakulären Fotos, aber eben auch zu starker Abrasion führt.

Jetzt soll das Bauwerk mit einem Spezialbeton namens UHPC (Ultra High Performance Concrete) gesichert werden. Bei dieser Betonmischung werden dem herkömmlichen Zement, sand und Kies kleine Stahlfasern, ein chemischer Klebecocktail sowie weitere winzige Zusatzstoffe beigemischt, deren Volumen nur ein Tausendstel eines menschlichen Haares beträgt. Dadurch soll UHPC dichter und deutlich widerstandsfähiger sein. Das neue Material hatte sich bereits bei der Reparatur eines kleineren Turms in der Bucht vor Lorient bewährt, die im Jahr 2014 vorgenommen wurde. Derzeit prüfen Ingenieure der ETH Lausanne und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Küstenforschung in Geesthacht, ob der Werkstoff auch für den weit größeren Leuchtturm Phare de la Jument geeignet ist.

Der UHPC soll sich wie eine zweite Haut um die Struktur des alten Leuchtturms legen. Der neuartige Beton hat bei geringerer Masse eine deutlich höhere Tragfähigkeit als herkömmlicher Beton und ist nahezu porenfrei, so dass Salz und Meerwasser nicht in die Mikrostrukturen eindringen können, sondern abperlen. Die rund 400.000 Euro teuren Bauarbeiten zur Sanierung von Phare de la Jument sollen im Frühsommer 2020 beginnen.