Auf der Hamburger Werft Blohm+Voss sind 19 weitere Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl auf 78. Es sind vor allem Werkvertragsarbeiter erkrankt

Auf der Hamburger Werft Blohm+Voss sind 19 weitere Infektionen mit dem Corona-Virus nachgewiesen worden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl auf 78. Es sind vor allem Werkvertragsarbeiter erkrankt. Die neuen Infektionen wurden in Bereichen der Werft festgestellt, die nach dem Hygienekonzept des Unternehmens räumlich getrennt waren von dem zunächst betroffenen Bereich. Sie hätten demnach eigentlich nicht auftreten dürfen. Die Hamburger Gesundheitsbehörden untersuchen nun die möglichen Infektionswege. Dabei werden vor allem mögliche Infektionen in Pausenräumen, Sanitäranlagen und über die Belüftungssysteme geprüft. Der zweite Schwerpunkt ist die Wohn- und Unterbringungssituation der betroffenen Arbeiter, die ja vor allem von anderen Unternehmen stammen, die im Auftrag von Blohm+Voss arbeiten. Also bei Beschäftigten, die für Firmen mit Werkverträgen auf dem Werftgelände arbeiten.

Bei Blohm+Voss waren rund 500 Mitarbeiter eines gut abgrenzbaren Bereichs bei einem Massentest auf freiwilliger Basis untersucht worden, nachdem dort bei sechs ihrer Kollegen das Virus festgestellt worden war. Um dies einmal einzuordnen: In deutschen Landkreisen müssen bei einem Grenzwert von 50 Infizierten auf 100.000 Einwohner – also ab 0,5 Prozent – Maßnahmen bis hin zum Lockdown ergriffen werden. Bei Blohm+Voss sind es mehr als 15 Prozent der getesteten Menschen! Einige Tests stehen dabei sogar noch aus, die Zahl der infizierten Mitarbeiter könnte sich also sogar noch erhöhen. Alle Mitarbeiter des Bereichs sind bei Bezahlung von der Arbeit freigestellt. Jetzt sind noch weitere Tests für alle negativ Getesteten geplant.

Weitere Informationen unter https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Sozialbehoerde-prueft-Corona-Lage-bei-BlohmVoss,hamj98572.html