CARNIVAL-AKTIE DROHT KURSVERLUST AB 1. JUNI: Investoren kauften 71,9 Millionen Carnival-Aktien zu acht US-Dollar, Kurs verdoppelt, lockdown-Frist läuft aus

UPDATE 3.6.: Bislang ist noch kein massiver Verkaufsdruck bei der Aktie festzustellen. Allerdings hat der US-Vermögensverwalter Millennium International aus  New York seine bestehende Netto-Short-Position in Carnival Ende Mai um 10,22 Prozent auf nun 2,37 Millionen Aktien oder 1,51 Prozent aller Aktien des Unternehmens erhöht. Damit spekuliert Millennium auf einen fallenden Kurs der Carnival-Aktie.

Ursprungsmeldung: Die Carnival Corporation hatte sich kürzlich frisches Geld beschafft und der Kurs der Carival plc-Aktie ist seitdem um mehr als 100 Prozent gestiegen: Von 6,78 Euro am 18. März auf 15,09 Euro Ende Mai. Nun könnte es bei der Aktie zu einem erhöhten Verkaufsdruck kommen. Der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation leidet massiv unter der Coronakrise und den damit verbundenen Reisebeschränkungen. Um sich ein finanzielles Polster aufzubauen, hatte das Unternehmen mit Sitz im britischen Southampton und in Miami im US-Bundesstaat Florida mehrere Kapitalmaßnahmen durchgeführt. Die Muttergesellschaft von Aida Cruises und Costa Crociere nahm Mitte März unter anderem für sechs Monate einen Kredit in Höhe von insgesamt drei Milliarden US-Dollar auf, um ihre Liquidität zu sichern. Außerdem wurden am 1. April bei Investoren 71,9 Millionen Carnival-Aktien zu einem Kurs von acht US-Dollar (ca. 6,70 Euro) platziert. Eine der Bedingungen der Investoren war, dass weder das Unternehmen selbst noch Führungskräfte oder verbundene Unternehmen in einem Zeitraum von 60 Tagen Carnival-Aktien verkaufen dürfen. Diese sogenannte Lock-up-Frist läuft nun aber am 1. Juni aus. Weil die Aktie seitdem aber so deutlich gestiegen ist, könnte es ab Anfang Juni zu einem erhöhten Verkaufsdruck kommen, was sich negativ auf den Kurs ausüben würde.

Die erste Tochtergesellschaft, Carnival Cruise Line, will am 1. August den aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzten Kreuzfahrtbetrieb schrittweise wieder aufnehmen. Zum Neustart setzt die US-amerikanische Reederei erst einmal acht ihrer insgesamt 28 Schiffe ein, die anderen sollen nach und nach ihre Kreuzfahrten wieder aufnehmen.

Der Kreuzfahrtriese rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit großen Einbußen und einem Rückgang der Passagierzahlen, denn die ausfallenden Wochen können im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe nicht durch Kapazitätserweiterungen zu einem späteren Zeitpunkt aufgefangen werden. Carnival sagte, es sei daher derzeit nicht möglich, eine Prognose vorzulegen. Es wird jedoch erwartet, dass die Ertragslage für das am 30. November 2020 endende Geschäftsjahr zu einem Nettoverlust führen wird. Dies wäre der erste jährliche Nettoverlust für das Unternehmen seit seinem Börsengang im Jahr 1987.

Weitere Informationen unter https://www.carnivalcorp.com/investor-relations/