Wegen Meeresverschmutzung hat ein Gericht in Miami die Reederei Carnival zu einem Vergleich mit einer Geldstrafe von 20 Millionen US-Dollar gedrängt

Carnival Cruises soll schwere Umweltvergehen begangen haben und könnte dafür sogar aus den Häfen der  USA verbannt werden. Die Verbannung könnte Tausende Passagiere treffen, die ab Miami, New York, Los Angeles und anderen Häfen fahren wollen. Der Reederei wird vorgeworfen Plastik und Abfälle ins Meer entsorgt und bei Kontrollen manipuliert zu haben. In einem Verfahren im Jahr 2016 war eine 40-Millionen-Dollar-Strafe gegen das Unternehmen verhängt worden, weil das Tochterunternehmen Princess Cruises diverse Umweltvergehen vertuschen wollte.

Eine Bewährungsauflage schrieb vor, dass die Flotte aller Tochterunternehmen fünf Jahre lang kontrolliert wird. Ein Sprecher versicherte damals, man werde den Vorwürfen nachgehen und sicherstellen, dass Umweltschutz die höchste Priorität habe. Carnival und die Tochtergesellschaften sollen aber während der Bewährungszeit vor gerichtlichen Überprüfungen gefälschte Aufzeichnungen erstellt, Plastikmüll in den Ozean geworfen und illegal Abwasser in äußerst sensiblen Bereichen wie bei den Gletschern in den Nationalparks Alaskas und vor den Bahamas abgelassen haben.

In einem erneuten Gerichtsverfahren zitierten die Staatsanwälte aus internen E-Mails. Laut Gerichtsakten stellte der vom Gericht eingesetzte Prüfer fest, dass Carnival und die Tochtergesellschaften wiederholt gefälschte Datensätze vorzeigten. Die Vorsitzende Richterin, Patricia Seitz, drohte daraufhin an, Carnival-Schiffen den Anlauf in US-Häfen vorübergehend zu verbieten. Die Entscheidung darüber soll bei einer Anhörung im Juni fallen, zu der auch die Präsidenten von Carnival Cruise Line, Christine Duffy, und von HollandAmerica, Stein Kruse, vorgeladen werden. Die Carnival Corporation besitzt insgesamt neun Kreuzfahrtmarken und 105 Schiffe.

 

Weitere Informationen unter https://www.miamiherald.com/news/business/tourism-cruises/article229069589.html