Die Carnival Corporation, größtes Kreuzfahrtunternehmen der Welt, will Finanzhilfen aus Deutschland, Großbritannien, Italien und anderen Ländern generieren. Das sagte Arnold Donald, CEO von Carnival, gegenüber dem US-TV-Sender CNBC.

Die Carnival Corporation, größtes Kreuzfahrtunternehmen der Welt, will Finanzhilfen aus Deutschland, Großbritannien, Italien und anderen Ländern generieren. Das sagte Arnold Donald, CEO von Carnival, gegenüber dem US-TV-Sender CNBC. Donald fügte hinzu, dass das Unternehmen, das nicht im Coronavirus-Konjunkturpaket der US-Regierung enthalten ist, weiterhin zusätzliche Finanzmittel  sucht. Die Carnival Corporation ist in Panama registriert und musste darum auf ihre jahrelangen Gewinne so gut wie keine Steuern in den USA zahlen. Da die Flotte von Carnival mit mehr als 100 Schiffen auf absehbare Zeit außer Betrieb ist, sucht das Unternehmen zusammen mit anderen in der Reisebranche nach Bargeld. Carnival hatte seine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar vollständig ausgeschöpft und Anfang des Monats angekündigt, durch die Emission einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital rund 6 Milliarden US-Dollar aufbringen zu wollen. Donald sagte in CNBCs Finanzmarkt-Sendung „Closing Bell “ aber auch, dass das Unternehmen unabhängig von zusätzlichen Finanzierungen derzeit genug Liquidität habe, um mindestens das ganze Jahr 2020 über selbst ohne Umsatz zu bestehen.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Reisebranche auf der ganzen Welt durcheinandergebracht, aber kaum ein Sektor ist so umfassend betroffen wie die Kreuzfahrtbranche. Passagiere wurden krank und starben, als auf Kreuzfahrtschiffe das Virus festgestellt wurde. Als Reaktion darauf haben Häfen die Einreise von Schiffen verweigert, Urlauber haben Reisen abgesagt und die Kreuzfahrtunternehmen haben alle den Betrieb eingestellt. Doch Donald meint, die Kreuzfahrtindustrie werde sich zusammen mit dem Rest der Reisebranche erholen. Die Marken der Carnival Corporation, zu deren Unternehmen auch der deutsche Kreuzfahrt-Marktführer Aida Cruises aus Rostock gehört, hätten starke Vorausbuchungen für die Saison 2021 gehabt. Es bleibt jedoch unklar, wann Kreuzfahrtschiffe wieder fahren dürfen. In der vergangenen Woche verlängerte die US-Gesundheitsbehörde die ursprünglich am 14. März erlassene „No Sail Order“ um bis zu 100 weitere Tage.

Es könnte für Carnival schwierig werden, künftig zusätzliche Finanzmittel zu gewinnen, da die Ratingagenturen S & P und Moody’s das Unternehmen weiterhin auf Herabstufung prüfen, möglicherweise sogar auf Junk-Status. Die Aktienkurse der Kreuzfahrtschiffe erleben ein historisches Tief. Seit Februar sind die Werte im freien Fall. Die „Carnival Corporation“-Aktie, hat seit Januar 81,7 Prozent an Wert verloren. Mit einem Wert von 7,53 Euro erreichte sie Mitte April ein nie gesehenes Tief. Die Aktien des Unternehmens stiegen jedoch, nachdem der saudische Staatsfonds vergangene Woche einen Kauf von Anteilen an Carnival in Höhe von 8,2 Prozent bekannt gab. Von den drei größten Kreuzfahrtunternehmen sei Carnival außerdem laut Robin Farley, Analyst bei UBS Securities, am besten geeignet, um einen anhaltenden Abschwung ohne Umsatz zu überstehen. Das Unternehmen könne bis zu 15 Monate überleben ohne Geld zu verdienen.

Weitere Informationen unter https://www.cnbc.com/2020/04/14/carnival-ceo-despite-devastating-coronavirus-2021-cruise-bookings-are-strong.html