Ein Gericht in Marseille hat den Kapitän der Azura der britischen Reederei P&O Cruises zu 100.000 Euro Strafe wegen Luftverschmutzung verurteilt.

Ein französisches Gericht hat den Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes zu 100.000 Euro Strafe wegen Luftverschmutzung verurteilt. Der Kapitän der Azura der britischen Reederei P&O Cruises hat laut Urteil im März im Hafen von Marseille Kraftstoff verwendet, der weit über dem erlaubten Schwefelgehalt gelegen habe. Demnach hatte die Besatzung das Schiff in Barcelona wissentlich mit einem zu schwefelhaltigen Treibstoff betankt, weil dieser billiger war, und sei damit dann nach Marseille gefahren. Während eines Zwischenstopps hatten Inspektoren entdeckt, dass das Schiff mit einem billigen Treibstoff unterwegs war, der nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

P&O Cruises gehört zum US-Unternehmen Carnival Cruise, der verurteilte Kapitän ist ebenfalls US-Amerikaner. Das Gericht urteilte, dass ein Teil der Strafe, 80.000 Euro, vom Arbeitgeber Carnival gezahlt werden müsse. Staatsanwalt Franck Lagier hatte zu Beginn der Verhandlung im Oktober die Abgasklage damit begründet, dass P&O zulasten der Gesundheit der Menschen in Marseille habe Geld sparen wollen. Der Staatsanwalt begründete die Der Staatsanwalt warf dem 58-jährigen Kapitän, vor, ganz genau von der Beschaffenheit des Treibstoffs gewusst zu haben. Die Firma habe „die geltenden rechtlichen Vorschriften nicht anwenden wollen“. Die 300 Meter lange AZURA kann bis zu 3000 Passagiere aufnehmen. Immer mehr Küstenstädte beklagen die große Umweltverschmutzung durch das von den Schiffen verbrannte Schweröl. Marseille ist eine der bedeutendsten Anlegestellen für Kreuzfahrtschiffe im Mittelmeer – die Stadt leidet auch deswegen unter einen hohen Luftverschmutzung. In Frankreich gelten ab 2020 daher strengere Umweltschutznormen für alle Schiffe, nicht nur für Kreuzfahrtriesen.