Mehrere mutmaßliche Selbstmorde unter Crew-Mitgliedern von Kreuzfahrtschiffen erschüttern die Industrie. Allein im Mai gab es fünf mutmaßliche Suizide.

Gleich mehrere mutmaßliche Selbstmorde unter Crew-Mitgliedern von Kreuzfahrtschiffen erschüttern die Kreuzfahrt-Industrie. Wie der Blog cruiselawnews.com berichtet, wächst unter den Besatzungsmitgliedern der wegen der Corona-Pandemie festsitzenden Kreuzfahrtschiffe offenbar die Verzweiflung. Nach Angaben der amerikanischen Küstenwache nahm sich jetzt ein 32 Jahre alter Philippiner mutmaßlich das Leben. Der Mann hatte auf dem Kreuzfahrtschiff „Scarlet Lady“ von Virgin Cruises als Reinigungskraft für die Kabinen gearbeitet. Allein Mitte bis Ende Mai starben mindestens sechs Besatzungsmitglieder von Kreuzfahrtschiffen, deren Tod nicht auf das Coronavirus zurückzuführen war. Fünf von ihnen begingen mutmaßlich Suizid.

Ein Besatzungsmitglied der „Vasco da Gama“ war Medienberichten zufolge von Deck 12 des Schiffes gesprungen und auf einem Frachtcontainer am Pier der Tilbury Docks in Großbritannien gelandet. Ein philippinisches Crew-Mitglied der AIDAblu, das in der Galley eingesetzt wurde, starb ebenso vergangene Woche wie ein chinesisches Besatzungsmitglied, das als Assistenzkellner auf der „Mariner of the Seas“ arbeitete und von seinen Kollegen tot aufgefunden wurde. Am selben Tag sprang ein ukrainischer Kellner der „Regal Princess“ über Bord, während sich das Schiff in Rotterdam befand. Am Tag zuvor starb ein stellvertretender Landausflugs-Manager auf der „Carnival Breeze“, die von den Bahamas aus nach Großbritannien segelte. Und ein polnischer Elektriker sprang von der „Jewel of the Seas“ südlich von Griechenland über Bord. In allen Fällen wurden von anderen Crew-Mitgliedern berichtet, dass an Bord der Schiffe einer Atmosphäre der Isolation von ihren Familien sowie große Unsicherheit darüber herrsche, wann und wie die Besatzungsmitglieder nach Hause zurückgeführt werden. Viele Besatzungsmitglieder seien frustriert und depressiv.

Zehntausende Besatzungsmitglieder sitzen wegen der Corona-Pandemie seit mehr als zwei Monaten auf Kreuzfahrtschiffen fest. Viele von ihnen wissen nicht, wann sie nach Hause zurückkehren können. Sie in ihre Heimatländer zurückzubringen, stellt die Kreuzfahrtunternehmen vor riesige logistische Probleme. Die Rückführungen hängen vor allem von den Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in den jeweiligen Häfen ab sowie von den Reisebeschränkungen in den jeweiligen Zielländern. Einige von ihnen lassen wegen der weltweiten Pandemie nicht einmal ihre eigenen Staatsangehörigen einreisen.

Weitere Informationen unter https://www.cruiselawnews.com/2020/05/articles/disease/crew-member-dies-on-virgin-voyages-lady-scarlet/