erinnen  der Reederei Deilmann, die Zwillingsschwestern Gesa und Hedda Deilmann, stehen in Lübeck erneut vor Gericht.

Am heutigen zweiten Verhandlungstag stehen die Reederei-Erbinnen Gisa und Hedda Deilmann erneut vor dem Lübecker Landgericht. In diesem Prozess geht es um versuchte Steuerhinterziehung. Sie sollen versucht haben, Erbteile noch vor dem Insolvenzantrag der Reederei im Jahr 2009 innerhalb der Familie zu verschieben, um sie vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen und weniger Erbschaftssteuer zahlen zu müssen. Das Landgericht Lübeck hatte sie deshalb im Juni 2016 zu Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte dieses Urteil im März 2017 aufgehoben und an das Landgericht Lübeck zurück verwiesen.

Den Zwillingsschwestern droht eine hohe Haftstrafe bis zu fünf Jahren. Dabei kann dann auch die gestern vom Landgericht Lübeck verhängte Bewährungsstrafe eine Rolle spielen, da die Bewährung bei erneuten Verfehlungen widerrufen werden kann. In einem ersten Prozess waren Gisa und Hedda Deilmann wegen nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Die Schwestern hatten gestanden, den Crews der Flusskreuzfahrtschiffe fünf Jahre lang keine Überstunden bezahlt und keine Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung abgeführt zu haben. Zuvor hatten sich die beiden 50 Jahre alten Angeklagten und ihre Verteidiger mit dem Gericht auf eine Beschränkung auf 400 Fälle mit einem Schaden von rund einer Million Euro verständigt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihnen 596 Fälle von Vorenthalten und Veruntreuung von Arbeitsentgelt mit einem Gesamtschaden von knapp 1,2 Millionen Euro vorgeworfen.