Drei neue Seenotrettungsboote sind für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Rostock auf Kiel gelegt geworden.

Drei neue Seenotrettungsboote sind in der Rostocker Werft Tamsen Maritim auf Kiel gelegt geworden. Sie sind für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bestimmt und sollen später auf den Freiwilligenstationen Norddeich, Horumersiel (beide Niedersachsen) und Puttgarden (Schleswig-Holstein) eingesetzt werden. Die Neubauten gehören den Angaben zufolge zur Zehn-Meter-Klasse und kosten pro Stück etwa eine Million Euro. Zwei sind fast vollständig von privaten Einzelspendern finanziert worden, das dritte Boot bezahle die DGzRS aus allgemeinen Spenden. Noch tragen die jetzt entstehenden Seenotrettungsboote ihre internen Bezeichnungen SRB 75, SRB 77 und SRB 78. Erst am Tag der jeweiligen Taufe verraten die Seenotretter die endgültigen Namen. SRB 75 ist für die Station Horumersiel vorgesehen und wird dort das Seenotrettungsboot BALTRUM ersetzen, das außer Dienst gestellt wird.  SRB 77 ersetzt das bisher in Puttgarden stationierte 9,5-Meter-Seenotrettungsboot EMIL ZIMMERMANN, das voraussichtlich auf der Station Fedderwardersiel der 8,5 Meter langen HERMANN ONKEN nachfolgt. SRB 78 wird in Norddeich das Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI ablösen, das dann als Springer auf wechselnden Stationen eingesetzt werden soll. Die gut zehn Meter langen Spezialschiffe gehören zur größten Bootsklasse der Seenotretter. Sie zeichnen sich besonders durch ihre guten Fahreigenschaften und hohe Seetüchtigkeit aus.

Einer Tradition folgend wurde in jeden Kiel eine Gedenkmünze eingelegt. Schiffbauern und Seenotrettern sollen die Münzen Sicherheit, Glück und Gesundheit bringen. Die DGzRS finanziert sich ausschließlich über Spenden, staatliche Mittel erhält sie nicht. Insgesamt betreibt sie deutschlandweit 55 Stationen. Etwa 30 Jahre sind die Rettungseinheiten der DGzRS im harten Einsatz auf Nord- und Ostsee. Rein rechnerisch ergibt sich daraus der Bedarf, jährlich durchschnittlich zwei neue in Dienst zu stellen. Die jüngsten Boote sind modifizierte Nachbauten der 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Bereits 26 Einheiten dieses Typs haben sich in zahlreichen Einsätzen auch unter extremen Bedingungen zur Zufriedenheit der Besatzungen in allen Revieren hervorragend bewährt.

Die Eckdaten der neuen Seenotrettungsboote:

  • Länge über Alles: 10,1 Meter
  • Breite über Alles: 3,61 Meter
  • Tiefgang: 0,96 Meter
  • Verdrängung: 8 Tonnen
  • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h)
  • Besatzung: Freiwillige
  • Antrieb: ein Propeller, 380 PS