Die Stadt Emden wird die beiden Kreuzfahrtschiffe MS Amera und MS Albatros, die dort in der Werft überholt werden soll, zunächst unter Quarantäne stellen.

Die Stadt Emden wird die beiden Kreuzfahrtschiffe MS Amera und MS Albatros, die dort in der Werft überholt werden soll, zunächst unter Quarantäne stellen. Das kündigte Emdens Oberbürgermeister Kruithoff an. Sofort nach ihrer Ankunft bei der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) werden die beiden Kreuzfahrtschiffe unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt. Ein Grund für die Maßnahme: An Bord sollen mehr Besatzungsmitglieder verblieben sein als zunächst angenommen. Ein Teil der Crew soll zwar Ostersonnabend mit Reisebussen von Emden aus zum Frankfurter Flughafen gebracht werden, um von dort den Heimflug in ihre jeweiligen Herkunftsländer anzutreten. Doch trotzdem sollen in Emden auf MS AMERA und MS Albatros noch etwa 130 beziehungsweise gut 200 Besatzungsmitglieder bleiben. Sie dürften dann laut Quarantäneverfügung nicht von Bord. Das medizinische Personal soll so lange an Bord bleiben, wie mehr als 100 Personen auf dem jeweiligen Schiff sind. Zuvor waren bereits die 568 Passagiere der MS Amera in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt worden. Der Grund ist ein Todesfall an Bord, vergangenen Sonnabend war ein Passagier gestorben. Dies soll zwar nicht mit einer Infektion mit dem SARS-COV-2-Virus und der dadurch ausgelösten Krankheit COVID-19 zusammenhängen, allerdings ist der Verstorbene noch nicht auf das Corona-Virus getestet worden. Solange diese Testergebnisse nicht vorliegen, müssen alle, die sich an Bord befunden haben in Quarantäne. Nur bei einem negativ ausfallenden Test könnte die häusliche Quarantäne aufgehoben werden, zuständig sind die örtlichen Gesundheitsämter, die auch angehalten sind, die Einhaltung der Quarantäne zu prüfen und bei Verstößen dagegen vorzugehen.

Die Ankunft der MS Amera wurde bereits um 24 Stunden verschoben. Jetzt wird das Kreuzfahrtschiff erst heute Mittag mit dem Hochwasser erwartet, so die Emder Lotsenbrüderschaft. Die Werft wies darauf hin, dass Abfertigung und Kontrolle der beiden Kreuzfahrtschiffe in Bremerhaven ohne Beanstandungen verlaufen sei. Kreuzfahrtveranstalter Phoenix Reisen hatte die Passagiere der beiden Schiffe in Bremerhaven von Bord gehen und in Reisebussen und Autos in ihre Heimatstädte bringen lassen. Die 204 Meter lange MS Amera, die von einer abgebrochenen Südamerika-Kreuzfahrt nach Bremerhaven gekommen war, soll nun mehrere Wochen an der Emder Pier liegen. Die MS Albatros wird einen Tag nach der MS Amera erwartet. Für die Arbeiten an beiden Schiffen will die Emder Werft auch andere Betriebe aus der Stadt mit ins Boot holen.

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