Die vielen neuen Schiffe, die in den nächsten Jahren den Kreuzfahrtmarkt fluten, könnten Reedereien zu radikalen Preissenkungen zwingen, meinen einige Finanzexperten von der New Yorker Wallstreet. Damit wären auch die berechneten Gewinne gefährdet, ein Überangebot stelle die größte Gefahr für die Kurse börsennotierter Reedereien dar

Die vielen neuen Schiffe, die in den nächsten Jahren den Kreuzfahrtmarkt fluten, könnten Reedereien zu radikalen Preissenkungen zwingen, meinen einige Finanzexperten von der New Yorker Wallstreet. Damit wären auch die berechneten Gewinne gefährdet, ein Überangebot stelle die größte Gefahr für die Kurse börsennotierter Reedereien dar, so die Finanzexperten. Besonders betroffen wäre davon der Branchenriese Carnival Corporation, zu dem u.a. AIDA, Costa, Carnival, Cunard oder Holland America gehören.

Bis 2025 seien rund 90 Kreuzfahrtschiffe bestellt; eine Investition von insgesamt mehr als 55 Milliarden US-Dollar. Die Schiffe würden auch immer mehr Passagiere fassen, unter den 16 Schiffen, die in diesem Jahr in Dienst gestellt werden, hätten allein die Neubauten von Royal Ceribbean, AIDA, NCL und MSC Platz für rund 19.000 Passagiere. Durch den exzessiven Ausbau der Kapazitäten könnte leicht ein Überangebot entstehen warnen Analysten wie Steve Wieczynski vom renommierten Analystenhaus Stifel Nicolaus & Co. Dies führe in der Konsequenz zu einem Preisverfall, weil Kabinen immer billiger angeboten werden müssten. Dadurch gerieten auch die Gewinnschätzungen der Reedereien für die nächsten Jahre in Gefahr. Investoren sollten sich dieses Risikos bewusst sein. Auch Harry Curtis von Nomura Securities äußerte während einer Analystenkonferenz Zweifel am Expansionskurs der Kreuzfahrtunternehmen.

Die Carnival Corporation sieht die Entwicklung der Branche dagegen gelassen. Der CEO von Carnival, Arnold Donald, sagte auch wenn im nächsten Jahr vier neue Schiffe allein zu Reedereien der Carnival Corporation dazu stießen, würde die Kapazität bei mehr als 100 Schiffen der Holding insgesamt gerade mal um 1,6 Prozent steigen. Der Finanzchef von Carnival, David Bernstein, wies darauf hin, dass die Passagierzahl in der Kreuzfahrt in den vergangenen Jahren im zweistelligen Prozentbereich gewachsen sei und auch bis zum Jahr 2022 auf mehr als fünf Prozent pro Jahr geschätzt werde.