Die Stiftung Warentest vergleicht in der aktuellen Ausgabe von "Finanztest", was Mobilfunk an Bord bei Netzbetreibern und Kreuzfahrtunternehmen kostet

Handykosten auf Kreuzfahrtschiffen können schnell in absurde Höhen schnellen und der vermeintliche Traumurlaub sehr teuer werden: so ist eine Minikreuzfahrt  mit Color Line ist für eine Berliner Familie zum finanziellen Alptraum geraten. Auf der Fahrt von Kiel nach Oslo verursachte  der zwölfjährige Sohn der Familie horrende Handykosten, weil er sich auf seinem Smartphone einige Videos ansah. Das hatte eine Rechnung des Mobilfunkanbieters von mehr als 12.000 Euro zur Folge.

Die Stiftung Warentest vergleicht in der aktuellen Ausgabe von “Finanztest”, was Mobilfunk an Bord bei den Netzbetreibern Telefónica, Telekom und Vodafone kostet und was – bei sieben Tagen auf See in europäischen Gewässern – Pakete zum Telefonieren, Chatten und Surfen bei den Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises, Costa Crociere, MSC Kreuzfahrten und TUI Cruises kosten. Teuer bleibt es so oder so: Dennoch kommen die Verbraucherschützer zu dem Schluss, dass es in vielen Fällen günstiger ist, ein Daten- oder Mobilfunkpaket beim Kreuzfahrtanbieter zu buchen.

Bei den Netzbetreibern kann vor allem das Surfen sehr teuer werden. So liegen die Preise pro MB – je nach Anbieter – zwischen 19,80 und 25 Euro. Bei den Kreuzfahrtunternehmen, deren schiffseigene Mobilfunknetze mit einem Satellitennetz verbunden sind, kosten 3-GB-Internetpakete zwischen 55,50 (TUI Cruises) und bis zu 109 Euro (Costa). Günstiger fährt, wer nur Social-Media-Anwendungen bucht. Hier liegen die Preise für sieben Tage zwischen 19 (Costa) und 29 Euro (TUI Cruises). Einen Vorteil, den die Verbraucherschützer bei den Paketen der Kreuzfahrtunternehmen sehen: Die anfallenden Kosten sind für die Passagiere leichter zu kalkulieren.

Fünf Tipps, um die Handykosten auf Kreuzfahrtschiffen im Griff zu behalten

Darüber hinaus geben die “Finanztest”-Experten Empfehlungen, worauf man beim Telefonieren und Surfen achten sollte:

  • Vor Abreise sollten Passagiere sich bei der Schiffsgesellschaft über die Kosten von Telefonie und Internetnutzung informieren.Anders als an Land gelten die EU-Roaming-Verordnung oder spezielle Reisepakete der Mobilfunkanbieter draußen auf dem Wasser nicht. Achten Sie, wenn Sie an Bord gehen, auf Textnachrichten, die über anfallende Kosten aufklären.
  • Stellen Sie bei den Einstellungen Ihrer Mobilfunkgeräte von “Automatische Netzwahl” auf “Manuell” um– so vermeiden Sie, automatisch im starken, aber eben auch teuren Bordnetz zu landen. Liegt das Schiff im Hafen oder sind Sie auf Landgang, sehen Sie, welche Netze vor Ort aktiv sind. Je nachdem, wo Sie sind, können Sie jetzt sogar das kostenlose EU-Roaming nutzen.
  • Noch eine wichtige Einstellung: Aktivieren Sie – sobald Sie an Bord gehen – den Flugmodus oder stellen Sie “Mobile Daten” und “WLAN” aus.So können sich Apps oder das Betriebssystem nicht automatisch aktualisieren. Wollen Sie sich online nicht vollständig abmelden, sollten Sie unter “Einstellungen” zumindest die Updates für Betriebssysteme, Apps und die automatische Synchronisation mit Netzwerkdiensten deaktivieren.
  • Mails abrufen ist datenvolumenmäßig das eine, angehängte Fotos und große Dateianhänge herunterladen das andere. Warten Sie für größere Downloads lieber auf ein WLAN-Café während des Landgangs oder auf Zugang zum EU-Roaming. Auf dem Wasser können Sie den automatischen E-Mail-Abruf so einstellen, dass elektronische Post ohne Bilder und große Dateianhänge geladen wird.
  • Kommt Ihnen die Mobilfunkrechnung nach der Reise unerklärlich hoch vor, können Sie diese innerhalb von acht Wochen reklamieren. Fordern Sie beim Anbieter einen Einzelverbindungsnachweis und ein technisches Prüfprotokoll an. Ein Widerspruch ist möglich, wenn der Anbieter gegen seine Informationspflicht verstoßen hat. Heben Sie zu Beweiszwecken alle eingehenden Informations-SMS auf.

Weitere Informationen und nützliche Tipps zu diesem Thema unter http://worldwidewave.de/handykosten-auf-kreuzfahrtschiffen