Der schwedische Brennstoffzellen-Entwickler Powercell wird zusammen mit der norwegischen Reederei Havyard Group ASA Fährenmit Wasserstoffantrieb bauen.

Der schwedische Brennstoffzellen-Entwickler Powercell wird zusammen mit der norwegischen Reederei Havyard Group ASA Fähren mit Wasserstoffantrieb bauen. Beide Unternehmen gaben den Abschluss eines Vertrages über die Entwicklung des Designs und der technischen Spezifikationen bekannt. Dies ist nicht die erste Kooperation des schwedischen Energie-Startups: Der Autozulieferer Bosch hatte vor einem halben Jahr eine Kooperation zur Fertigung von Brennstoffzellen für Autos mit Powercell geschlossen. Die Systemlösung, die Powercell und Havyard gemeinsam entwickeln, basiert auf mehreren 200 Kilowatt starken Brennstoffzellen. Die Module werden parallel geschaltet und erreichen dadurch eine Gesamtleistung von 3,2 Megawatt – genug für Fähren, die dann auf einen Wasserstoffantrieb zurückgreifen können.

Brennstoffzellen wandeln gasförmigen Wasserstoff in elektrische Energie um. Mit diesem Strom werden die Elektromotoren der Fähren angetrieben. Bei diesem Prozess fallen keine klimaschädlichen Abgase, sondern nur Wasserdampf an. Wenn der Wasserstoff durch Elektrolyse aus erneuerbaren Energien wie Wasser-, Windkraft oder Photovoltaik gewonnen wird, ist diese Antriebsart weitestgehend klimaneutral. Allerdings ist sie verlustreich – wegen der zweifachen Energieumwandlung, der erforderlichen Kompression des Gases und des Transports des flüchtigen Energieträgers. Die Schiffe der Reederei Havila Kystruten sollen in norwegischen Gewässern eingesetzt werden. Dort gelten in wenigen Jahren strengere Emissionsvorschriften. Bis 2026 werden in den Fjorden nur Schiffe mit emissionsfreien Lösungen zugelassen. Havila Kystruten wurde mit dem Bau von vier emissionsfreien Schiffen beauftragt. Das erste der vier Schiffe wird 2021 in Betrieb genommen. Sie sollen auf der Route von Bergen nach Kirkenes fahren. „Brennstoffzellen bieten eine optimale Lösung für diese Art von maritimen Anwendungen und sind perfekt für den Einsatz in Kombination mit Batterielösungen geeignet“, sagte Powercell-CEO Per Wassén. „Diese Schiffe verfügen über ausreichend Platz für die Speicherung von Wasserstoff und können an einem ihrer vielen Stopps problemlos betankt werden. Wenn sie in die Fjorde einfahren, können sie lange Zeit ohne andere Emissionen als Wasser vollelektrisch betrieben werden.“

Weitere Informationen unter https://www.powercell.se/en/start/