Die Passagiere der Viking Sky, die während des Motorenausfalls mit anschließender Teil-Evakuierung an Bord waren, werden umfangreich entschädigt

Die Passagiere der Viking Sky, die während des Motorenausfalls mit anschließender Teil-Evakuierung an Bord waren, werden umfangreich entschädigt und bekommen unter anderem eine kostenlose Kreuzfahrt. Nach dem glimpflichen Ausgang des Kreuzfahrtdramas  in Norwegen  hat die Reederei Viking Ocean Cruises ein offizielles Dankesschreiben an die beteiligten Einsatzkräfte veröffentlicht.

Wie die norwegische Tageszeitung  „Dagbladet“ berichtet, entschuldigt sich die Reederei auch bei ihren Gästen. Wörtlich schreibt Torstein Hagen steht: “Die letzten Tage waren für Gäste und Crew an Bord der Viking Sky dramatisch und hektisch. Ich möchte mich bei all unseren Gästen entschuldigen. Ich danke den norwegischen Rettungskräften für ihren unermüdlichen Einsatz und danke den Menschen an der Küste von Møre dafür, dass sie unsere Gäste mit offen Armen und Pflege empfangen haben. Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um die Crew an Bord von Viking Sky für ihre enormen Anstrengungen zu loben.“ Die Gäste der Viking Sky sollen für die Geschehnisse großzügig und unbürokratisch entschädigt werden: Die Kosten der Reise werden jedem Passagier zurückerstattet. Jedem wird eine neue Reise angeboten, deren Kosten Viking übernimmt. Ebenso werden alle entstandenen Hotel- und Verpflegungskosten von Viking übernommen.

Das fast 230 Meter lange Schiff ligt immer noch im norwegischen Hafen Molde. Die nächste Reise, die auch nach Deutschland führen sollte, ist abgesagt. Untersuchungsteams haben die Arbeit aufgenommen: die staatliche norwegische Havariekommission, die Polizei, Gutachter der zuständigen Klassifikationsgesellschaft Lloyds und andere gehen an Bord. Es geht um die Frage, was – oder vielleicht auch wer – Schuld an der Beinahe-Katastrophe des Kreuzfahrtschiffes vor Norwegens zentraler Westküste war. Unter den Experten, die sich nun im Inneren des Schiffs umsehen, ist auch ein vierköpfiges Team des deutschen Motorenherstellers MAN, er lieferte den Antrieb des Schiffes. Das Team soll eine technische Analyse durchführen und herausfinden, was passiert ist. Die beim Werftunternehmen Fincantieri in Italien gebaute Viking Sky war erst Ende Sommer 2017 getauft worden.

Auf der Fahrt von Tromsø nach Stavanger war das Schiff in schwere See geraten, mit mindestens acht Meter hohen Wellen. Zwischenzeitlich soll sich das Schiff, bei dem drei von vier Motoren ausgefallen waren und das darum in Seenot geriet,  nur noch 100 Meter von gefährlichen Unterwasserriffen befunden haben. Das ist nicht einmal eine halbe Schiffslänge. Ein knappes Drittel der 1373 Menschen an Bord wurde bei einem dramatischen Evakuierungseinsatz per Hubschrauber vom Schiff geholt. Die Wellen waren zu hoch, um es von anderen Booten aus zu versuchen. Mit fünf Hubschraubern wurden 479 Passagiere von Bord geholt worden, rund 20 von ihnen waren durch herumfliegende Gegenstände und stürzendes Mobiliar verletzt worden, drei Personen davon schwer. Schließlich gelang es der Besatzung, drei der vier Motoren wieder anzuwerfen. Die Viking Sky konnte den Hafen Molde schließlich aus eigener Kraft mit Schlepperbegleitung erreichen, mit 436 Gästen und 458 Besatzungsmitgliedern an Bord.