Weltstar Sofia Loren tauft alle Kreuzfahrtschiffe von Gianluigi Aponte wie hier die MSC Preziosa

Zur Taufe seines neuen Flaggschiffes hatte Gianlugi Aponte neben 3.000 Gästen aus aller Welt als  Taufpatin Sophia Loren geladen. Der elegante ältere Herr, der den Weltstar des italienischen Films an seinem Arm geleitete, blickte voller Stolz auf eines der modernen Kreuzfahrtschiffe, das er hatte bauen lassen. Die Diva und den Großreeder verbindet nicht nur die gemeinsame Herkunft am Golf von Neapel: beide stiegen aus einfachsten Verhältnissen auf ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Der Werdegang des 76-jährigen Großreeders klingt wie ein Märchen, aus dem Nichts baute Aponte sein Imperium auf. Durch harte Arbeit und viel Geschick, mit Geschäftssinn, aber gleichzeitig – wie könnte es bei einem Italiener anders sein –  ist dies auch die Geschichte einer großen Liebe.

Weltstar Sofia Loren tauft alle Kreuzfahrtschiffe von Gianluigi Aponte wie hier die MSC Preziosa
Weltstar Sofia Loren tauft alle Kreuzfahrtschiffe von Gianluigi Aponte wie hier die MSC Preziosa

Der kleine Küstenort Sorrent war noch nicht der malerische Touristenmagnet von heute als Gianluigi Aponte 1940 geboren wurde. Die Kriegszeiten waren hart und auch die Familie Aponte, die zuvor in der italienischen Kolonie Somaliland das Hotel „Kreuz des Südens“ geführt hatte, litt unter den deutschen Besatzern Hunger. Genau wie ein paar Kilometer weiter im Städtchen Pozzuoli das fünf Jahre ältere uneheliche Mädchen Sofia Scicolone, das später unter dem Künstlernamen Sophia Loren zu Ruhm und Ehren gelangen sollte.  Auch nach Kriegsende lebten die Apontes in einfachen und bescheidenen Verhältnissen. Arbeitsplätze waren damals wie heute rar an den Hängen des Vesuvs und so freute sich der junge Gianluigi, dass er auf einem Schiff der Flotta Lauro als Matrose anheuern konnte. Der Gründer der Linie, Achille Lauro, beherrschte damals den Schiffsverkehr in Süditalien und brachte reiche Touristen von Neapel auf die Inseln Ischia und Capri. Auf diesen Schiffen legte Aponte eine Musterkarriere hin und stieg auf bis zum Kapitän. Bis hierhin hatte es der Junge aus Sorrent aus eigener Kraft geschafft, jetzt half ihm das Schicksal. Der Golf von Neapel war in den 60-er Jahren Tummelplatz der Reichen und Schönen aus aller Welt, auch eine Schweizer Bankierstochter machte hier mit ihrer Mutter Urlaub. Selbst heute noch ist Signore Aponte ein sehr gutaussehender Mann und er fiel damals Raffaela Denat auf, die sich in den eleganten Kapitän verliebte. Bald danach wurden Hochzeitspläne geschmiedet und Familie Aponte fiel aus allen Wolken als Gianluigi ihnen mitteilte, dass er – ein Mann des Meeres – aus Liebe in die Schweiz ziehen wolle.

Das Ehepaar Aponte traf und verliebte sich auf einem Schiff
Das Ehepaar Aponte traf und verliebte sich auf einem Schiff

Als Fondshändler startete Aponte 1969 in der Agentur IOS von Bernie Cornfield in Genf – und fühlte sich wie ein Fisch auf dem Trockenen. Er besann sich auf seine maritimen Wurzeln,  begann mit der Vermittlung von Ladungen an Reeder und träumte von einem eigenen Schiff. Obwohl er nur 5.000 US-Dollar Startkapital besaß, wurde der Traum Wirklichkeit: bei der Finanzierung halfen Freunde aus Italien und die Ehefrau des Neureeders brachte Teile ihres Vermögens ein. Das Konzept Apontes sah vor, möglichst preiswert Tonnage zu erwerben und sich auf den Transport von Containern zu konzentrieren. Man erwarb die “Korbach”, ein deutsches Frachtschiff, das seine besten Zeiten lange hinter sich hatte und taufte es auf den Namen der Schwiegermutter „Patricia“. Die neue Reederei “Aponte Shipping Company” mit Sitz in Liberias Hauptstadt Monrovia startete einen Liniendienst nach Somalia und kaufte kurz nach der Indienststellung der „Patricia“ ein zweites Schiff. Dies sollte eigentlich nach der Ehefrau Apontes heißen, doch durch einen Übermittlungsfehler bei den Angaben für die Registrierung wurde ein „f“ vergessen und so stach die „Rafaela“ in See. Das Geschäft war recht mühsam, lief aber besser, als die Reederei nach Brüssel umzog und 1973 mit der „Alexa“ ein weiteres Schiff kaufte, benannt nach der Tochter des Ehepaares. 1975 zog die Reederei nach Genf um, wo sie auch heute noch ihren Sitz in der Avenue Pittard mit Blick auf die Berge hat. Ab diesem Zeitpunkt verlief das Geschäft immer nur geradlinig nach oben, heute fahren unter der Flagge der Nachfolgegesellschaft Mediterranean Shippig Company (MSC) rund 330 Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität von 1.022.044 TEU zu 215 Häfen weltweit und erwirtschaften einen Umsatz von rund sechs Milliarden US-Dollar – hinter der dänischen Maersk der zweitgrößte Containertransporteur der Welt. Den größten Teil seiner weltweit 28.000 Angestellten holt der von den Neapolitanern immer noch „Commandante“ genannte Aponte aus Verbundenheit zur alten Heimat immer noch vom Golf von Neapel, weshalb man ihn dort wie einen Helden verehrt. Und sie schätzen den stillen und zurückhaltenden Mann auch deshalb, weil er ein echter Seefahrer ist, der selbst manches Schiff durch schweren Sturm manövriert hat.

Der 76-jährige Gianluigi Aponte ist selfmade Milliardär
Der 76-jährige Gianluigi Aponte ist selfmade Milliardär

Seinen Einstieg in das Kreuzfahrtgeschäft Ende der 80-er Jahre hat Aponte einmal so umschrieben: „Man muss Gelegenheiten nutzen, wenn sie sich bieten und das war so eine Gelegenheit.“ Die erwähnte Okkasion war die zum Verkauf stehende Linie „Star Lauro“, die Nachfolgerin eben jener Gesellschaft bei der einst der Junge aus Sorrent als Matrose angefangen hatte. In altbewährter Manier kaufte Aponte zunächst günstig Schiffe ein, die drei kleineren klassischen Kreuzer MSC Monterey, MSC Melody und MSC Symphony. Ab 1994 begann MSC Kreuzfahrten auch außerhalb Italiens anzubieten, ab 2003 baute die Reederei eine hochmoderne 4-Sterne-Flotte auf. Dem ersten eigenen Neubau MSC Lirica (59000 BRZ), folgten nach dem Zusammenbruch der Kreuzfahrtreederei Festival die Schwesterschiffe „European Vision“ und „European Stars“ die als MSC Armonia und MSC Sinfonia übernommen wurden. Inzwischen gehören MSC Kreuzfahrten zwölf Kreuzfahrtschiffe und die Expansion geht weiter: Die MSC Meraviglia und die MSC Bellissima werden die größten Kreuzfahrtschiff sein, die jemals von einem europäischen Schiffseigener gebaut wurden.

Die MSC Bellissima fasst bis zu 5.700 Passagiere
Die MSC Bellissima fasst bis zu 5.700 Passagiere

Die MSC Meraviglia soll Anfang Juni 2017 in Le Havre getauft werden und von dort aus zu ihrer Jungfernfahrt ins Mittelmeer aufbrechen. Das Schwesterschiff, die MSC Bellissima, wird im Frühjahr 2019 erwartet. Zwei weitere Schiffe sollen im Dezember 2017 und Mai 2018 an MSC ausgeliefert werden. Das erste der beiden Schiffe, die MSC Seaside ist gleichzeitig Namensgeber der neuen Schiffsklasse und soll ihren Basishafen ganzjährig in Miami haben. Quasi nebenbei baute Aponte  auch noch die größte Schnellbootfährgesellschaft im Mittelmeer auf, SNAV befördert rund 3 Millionen Passagiere im Jahr. Zum Imperium gehört auch ein eigenes Cateringunternehmen, das alle MSC-Schiffe beliefert.

Sohn Diego leitet die erfolgreiche Frachtsparte
Sohn Diego leitet die erfolgreiche Frachtsparte

Trotz der konzernähnlichen Strukturen hat der schweigsame Firmenpatriarch  – wie in Süditalien üblich – alles in der Familie belassen, MSC ist ein Familienbetrieb. Das Ehepaar Aponte hält alle Aktien, Sohn Diego leitet die Containerreederei, Tochter Alexa kümmert sich um das internationale Marketing, Schwiegersohn Pierfrancesco Vago ist Verwaltungsratspräsident der Kreuzfahrtlinie. Ehefrau Raffaela, ohne deren Liebe der märchenhafte Aufstieg des Gianluigi Aponte wohl kaum begonnen hätte, kümmert sich um Design und Innenausstattung der Luxusliner. Der äußerst medienscheue Multimilliardär, auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 224 geführt, gibt an, kein besonderes Erfolgsrezept zu haben: „Es gibt keine Geheimnisse, ich habe das Glück gehabt keine großen Fehler zu machen, denn in diesem Geschäft können sie sich keine großen Fehler erlauben.“ Diese Bescheidenheit zeichnet den äußerst höflich und zuvorkommend wirkenden Aponte aus, der Junge aus Sorrent hat nie vergessen, woher er gekommen ist und aus welchen Verhältnissen er stammt :„Ich habe meine Vergangenheit nie bereut – ich war glücklich als Matrose und als Kapitän, jetzt bin ich zufrieden Reeder zu sein.“

Weitere Informationen unter  www.msc-kreuzfahrten.de  und www.msccrociere.it

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