Die Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit Landstrom in Häfen kommt nur langsam voran: Viele europäische Häfen scheuen wegen hoher Investitionen davor zurück

Die Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit Landstrom in Häfen kommt nur langsam voran: Viele europäische Häfen scheuen wegen hoher Investitionen davor zurück. Seit September ist Kristiansand in Norwegen das zweite europäische Kreuzfahrtterminal, das Schiffe während des Aufenthaltes mit Landstrom versorgen kann. Das einzige andere befindet sich in Hamburg-Altona. Hamburgs Behörden prüfen derzeit, ob sie alle Kreuzfahrtterminals anbinden wollen. Allerdings nimmt bislang erst ein einziges AIDA-Schiff in Altona Landstrom auf. Pläne für Landstromanlagen verfolgen auch Livorno, Rostock-Warnemünde und Kiel.

Die einzigen anderen Landstrominstallationen für Kreuzfahrtschiffe befinden sich in den Vereinigten Staaten und Kanada – an der Westküste in Juneau, Long Beach, Los Angeles, San Diego, San Francisco, Seattle und Vancouver und an der Ostküste in Montreal, Halifax und New York Brooklyn-Terminal. Weitere Anlagen in Nordamerika und Europa sind für Fähren, Containerschiffe, Schlepper, Fischereifahrzeuge sowie Offshore-Schiffe und Bohrinseln bestimmt. Kreuzfahrthäfen in Europa zögerten bislang, Landstromanlagen zu installieren, da die hohen Investitionskosten bei relativ geringem Verbrauch und viele Schiffe nicht über die nötige Ausrüstung verfügen. Enova, eine norwegische Regierungsbehörde, hält die Finanzierung von Landstrom für Kreuzfahrtschiffe für zu teuer, wenn man den Strombedarf und die begrenzte saisonale Nutzung bedenkt. Die 16 MW-Anlage in Kristiansand wurde durch einen EU-Zuschuss von 4 Millionen Euro ermöglicht.