Die Peking lag 40 Jahre in New York

Die „Peking“ ist auf ihre letzte große Fahr gegangen: Der legendäre Flying P-Liner ist auf dem Weg von New York nach Deutschland. Die 1911 bei Blohm + Voss gebaute Viermastbark lag in den vergangenen 40 Jahren im New Yorker South Street Seaport Museum am Pier 16 in der Nähe der Brooklyn Bridge. Der Großsegler ist einer von vier noch erhaltenen Flying P-Linern der Hamburger Reederei F. Laeisz, von denen insgesamt 83 gebaut wurde

40 Jahre lang lag die "Peking" in New York
40 Jahre lang lag die “Peking” in New York

Neben der „Peking“ sind das die ehemalige „Padua“, die als Segelschulschiff „Krusenstern“ unter russischer Flagge fährt, die „Pommern“, die als Museumsschiff im finnischen Mariehamn liegt und der wohl bekannteste erhaltene P-Liner, die „Passat“, die das Wahrzeichen von Travemünde ist. Die Reederei holte mit ihren schnellen Großseglenr vor allem Salpeter aus Chile, auf der Hinfahrt wurden Maschinen, Autos, aber auch Kühe mitgenommen. Die Route führte bei Hin- und Rückreise um Kap Hoorn. 1932 machte die „Peking“ ihre letzte Reise unter Segeln, wurde dann außer Dienst gestellt und zu einem stationären Internatsschiff umgebaut. Nach mehreren Stationen landete sie als Museumsschiff in New York. Jetzt soll sie auf der Peterswerft in Wewelsfleth restauriert werden, um später in Hamburg zum Museums-Highlight zu werden.

Die "Peking" fuhr auf der Salpeterroute um Kap Hoorn nach Chile
Die “Peking” fuhr auf der Salpeterroute um Kap Hoorn nach Chile

Vor der Überfahrt wurde die “Peking” in Staten Island mit Schweißbrennern entrümpelt. Die Viermastbark reist aber trotzdem nicht aus eigener Kraft, sondern vertäut und mit Streben gesichert auf dem 170 Meter langen Dockschiff  “Combi Dock III”, welches abtauchte, um die „Peking“ aufzunehmen. Jetzt geht es in elf Tagen über den Atlantik bis nach Brunsbüttel. Dort werden zwei Schlepper die historische Viermastbark bis zur Peterswerft in Wewelsfleth ziehen, rund 60 Kilometer nordwestlich von Hamburg.

Dabei gibt es einen Punkt an dem man die „Peking“ besonders gut bewundern kann: Am Montag, 31. Juli, um genau 21.51 Uhr soll das Schiff bei Hochwasser das Störsperrwerk an der B 431 passieren –  alle Schiffsliebhaber sollten sich diesen Termin markieren.

Das gewaltige Steuerrad der "Peking" Gryffindor/Commons.Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Das gewaltige Steuerrad der “Peking”
Gryffindor/Commons.Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Im Trockendock der Peterswerft soll das Schiff wieder in den Originalzustand von 1927 versetzt werden. Ein 300 Seiten langes Leistungsverzeichnis beschreibt die Werftarbeiten. In drei Jahren soll die Restaurierung abgeschlossen sein. Überführung und Werftarbeiten sind mit 26 Millionen Euro kalkuliert. Im Jahr 2020 soll die „Peking“ dann ihren endgültigen Platz einnehmen, als Museumsschiff und Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg, das voraussichtlich an den 50-er-Schuppen am Hansahafen gegenüber der Elbphilharmonie entstehen soll.

Weitere Informationen unter:

http://www.deutsches-hafenmuseum.de/de/home