Reportage einer Expeditionskreuzfahrt mit der HANSEATIC inspiration in die Antarktis, nach Südgeorgien und zu den Falklands mit großartigen Tierfotos.

Die gesamte Bucht glitzert und strahlt, ohne Sonnenbrille wäre man geblendet. Im Wasser und an Land reflektieren bizarre Eisformationen gleißend das Sonnenlicht und bilden einen starken Kontrast zum dunkelblauen Meerwasser unter leuchtendblauem Himmel. Die Passagiere der HANSEATIC inspiration haben die Kälte während der zweistündigen Zodiacfahrt längst vergessen. Alle sind sich einig, die Paradise Bay trägt ihren Namen zurecht.

Die geschützte Bucht bietet ein atemberaubendes 360-Grad-Panorama: rundherum ragen schneebedeckte Gipfel mit bis zu 2.000 Meter hohen Eisfronten und mit schroffen Graten auf, die gewaltige Gletscherzungen einrahmen. Riesige Eisberge mit kunstvollen Formen thronen im Wasser. Da sind Märchenschlösser mit Türmchen zu sehen, dort drüben ist eine Kathedrale zu erkennen, wieder andere sehen aus wie Schiffswracks mit Masten oder ähneln Tieren. Brandung und Wind haben bizarre Strukturen ins Eis gezaubert, zerklüftete Formationen und durch Wellen ausgewaschene Höhlen, Löcher und Gewölbe mit sanften Rundungen.

Aber nicht nur die Landschaft, auch die Tierwelt zeigt sich in ihrer ganzen Pracht: zwischen den Eisbergen tummeln sich See-Leoparden, Robben sonnen sich auf Eisschollen, Zwergwale blasen Fontänen und am Himmel wimmelt es vor Sturmvögeln, Kormoranen und Raubmöwen.

Zurück an Bord der HANSEATIC inspiration zeigt Meeresbiologe Simon Schöbinger in der Ocean Academy auf Deck 8, warum in der Paradise Bay so reichhaltiges Tierleben herrscht. Während des Zodiac-Ausflugs hat er mit dem Planktonnetz gekäschert.

Das kalte Wasser, reich an Sauerstoff und Mineralien, ist die perfekte Nahrungsquelle für mikroskopisch kleine Pflanzen und Tiere, das Plankton. Dies ist die Nahrungsgrundlage für viele Fische und Krebsarten, die wiederum Seevögel und große Jäger wie Robben, Pinguine und Wale anziehen. Gebannt hängen rund 30 Passagiere an den Lippen des Meeresbiologen, als der Salpen zeigt – durchsichtige, glitschige, wenige Zentimeter große Manteltiere – und deren wichtige Funktion in der Nahrungskette erklärt. Nicht einfach, Laien für wirbellose Tiere zu begeistern, deren Attraktivität ungefähr dem eines Grottenolm oder eines Nacktmulls entspricht.

Mit der Ocean Academy wird die HANSEATIC inspiration für interessierte Passagiere zum (Er)forschungsschiff: Auf der sechs Meter breiten digitalen und interaktiven Study Wall sowie Sesseln mit Monitoren werden mit Texten, Bildern, Grafiken, Filmen und Animationen komplexe wissenschaftliche Sachverhalte einfach und verständlich dargestellt. Das GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung aus Kiel stand beratend zur Seite und stellte auch Miniaturmodelle von Tauchrobotern, Messbojen für Meeresströmungen und eines Forschungsschiffs zur Verfügung. Die Ocean Academy, die viel Edutainment, also unterhaltendes Lernen ermöglicht, ist bislang auf See einzigartig, so Expeditionsleiterin Dr. Michaela Meyer: „Wir wollten auf den neuen HAPAG-Expeditionsschiffen etwas bieten, was andere nicht haben. Es geht darum neue Denkanstöße zu bekommen und ein bisschen mehr Wissen heimzubringen.“

Tische mit sechs Binokularen, deren Bilder auf die Handys der Passagiere übertragen werden können, sowie Materialien zum Mikroskopieren stehen ebenso zur Verfügung wie Netze mit unterschiedlichen Maschengrößen, die auch von den Gästen genutzt werden sollen: „Wir schaffen hier ein ganz anderes Umweltbewusstsein, wenn Passagiere in der Antarktis, inmitten eigentlich unberührter Natur, trotzdem winzige Plastikteilchen finden, die von Strömungen hierhin getragen werden.“ Die Ocean Academy auf der HANSEATIC inspiration bietet laut Dr. Meyer auch großes Potenzial für citizen science, kleine Aufgaben, die von Passagieren erledigt werden können und der Wissenschaft weiterhelfen, wie zum Beispiel Zählungen von Vogel- oder Walpopulationen oder regelmäßige Probenentnahmen, die zur Analyse an Wissenschaftler geschickt werden: „Wir fahren mit den Expeditionsschiffen ja mehrere Jahre hintereinander in entlegenste Gebiete und können den Wissenschaftlern so kostbare Informationen liefern, mit denen auch über längere Zeit Auswertungen gemacht werden können.“

Auch an Bord befinden sich renommierte Wissenschaftler, im zehnköpfigen Expeditionsteam. Selten ist ein Expertenteam auf Kreuzfahrten so hochkarätig besetzt wie mit Expeditionsleiterin Dr. Michaela Meyer, die mit ihrer Firma das Umweltbundesamt, Landesbehörden und Universitäten berät, Prof. Dr. Cornelia Lüdecke, international anerkannte Historikerin, dem Astrophysiker Robert Schwarz, der fünfzehn Winter auf der Südpol-Forschungsstation verbrachte, oder der Ornithologin Franziska Güptner, der deutschen Expertin für Seevögel.

Mindestens zwei Mal am Tag geht es mit dem Zodiac raus zu Landgängen oder auf eine Fahrt zwischen Eisschollen oder entlang der Eiskante. Dabei gilt die sogenannte 100-er-Regel, inklusive Expeditionsteam dürfen nur 100 Menschen für maximal zwei Stunden gleichzeitig an Land, so ist es Vorschrift. Um keine fremden Arten einzuschleppen, werden an Bord zuvor einmal alle Parkas inklusive der Taschen, Regenhosen, Kamerataschen und sogar Walkingstöcke mit Handstaubsaugern oder Lappen mit Desinfektionsmitteln bearbeitet.

Vor und nach jedem Landgang muss zudem jeder mit den Leihgummistiefeln durch die Stiefelwaschanlage, die sich vor dem Umkleideraum befindet. Um die 100-er Regel einhalten und überprüfen zu können, wurden die 191 Passagiere in vier Zodiacgruppen eingeteilt. Farbige Punkte auf der Bordkarte geben die Gruppen an, die abwechselnd als Erste rausgehen. Ein paar Passagiere scheinen dabei sogar ganz besondere Punkte erhalten zu haben, welche die Farbe wechseln können und immer diejenige anzeigen, die bei dem jeweiligen Landgang als Erste an der Reihe ist.

Es gibt etwa 200 Stellen in der gesamten Antarktis, an denen Landgänge erlaubt sind. Aber rund 70 Prozent der Expeditionsschiffe konzentrieren sich auf lediglich 15 dieser Anlaufstellen. Gut, dass Kapitän Ulf Wolter mit der HANSEATIC inspiration neben den Hauptsehenswürdigkeiten auf dieser Reise auch immer wieder andere Ziele anlaufen lässt. Denn der Kreuzfahrttourismus hat in der Antarktis stark zugenommen: kamen in der Saison von Ende Oktober bis Mitte März nach Angaben des Verbandes der antarktischen Reiseveranstalter IAATO 2000/2001 rund 12.250 Besucher so stieg die Zahl bis 2019/2020 auf rund 78.000 Passagiere. Diese gewaltige Zunahme ist bereits in Ushuaia zu sehen, dem Ausgangshafen für Antarktiskreuzfahrten. Denn am selbsternannten Ende der Welt ist es ziemlich voll: gleich sieben Kreuzfahrtschiffe warteten dort neben der HANSEATIC inspiration auf neue Passagiere, so viele und mit der Seabourn Quest und der Zaandam darunter so große, dass diese beiden auf Reede ankern mussten.

Die Kabinen sind modern und gemütlich eingerichtet

Die erstaunlich ruhige, zweitägige Überquerung der Drake Passage hatten die 191 Passagiere aus dreizehn Nationen genutzt, um das Schiff ausgiebig kennenzulernen. Dabei ergab sich auch die einzigartige Gelegenheit mal ein Schwätzchen mit der Taufpatin der HANSEATIC inspiration zu halten, denn Laura Dekker war erstmals auf einer Fahrt des Schiffes dabei, hielt einen Vortrag und berichtete von ihrer Solo-Weltumsegelung. Die 24-jährige Niederländerin hält noch immer den Rekord der jüngsten Einhand-Weltumseglerin aller Zeiten, zu Beginn ihres knapp anderthalbjährigen Törns stand sie kurz vor ihrem fünfzehnten Geburtstag. Während der Seetage ist auch genügend Zeit, die Kunstwerke an Bord zu entdecken: Mehr als 200 Gemälde, Drucke, Fotografien, Keramiken und Skulpturen zum Thema Vielfalt der Natur sind über das Schiff verteilt. Auf den Gängen und in den Treppenhäusern hängen Tierportraits und Landschaften des Hamburger Fotografen Michael Poliza. Das auffälligste Stück befindet sich am Pool auf Deck 8: Ein Pinguin mit Küken, gestaltet aus alten, geschredderten Flip-Flops, die die Künstlerkooperative Ocean Sole aus Kenia an den Stränden des Landes sammelt, um daraus Kunstwerke zu machen.

Das Leben an Bord der HANSEATIC inspiration lässt sich, aufmerksam und zuvorkommend umsorgt von einer 175 Mann und Frau starken Crew, prima genießen: Mit dem Buffetrestaurant Lido und dem HANSEATIC Restaurant stehen zwei Diniermöglichkeiten mit ausgezeichneten Speisen und Kreationen von Küchenchef Dennis Kemmling und seinem Team zur Verfügung. Übertroffen werden diese beiden noch vom Spezialitätenrestaurant Nikkei, das etwas wirklich Besonderes bietet: peruanisch-japanische Fusion-Küche. Dort stehen auf der Karte Gerichte wie Ceviche-Sushi, Rotzunge mit Quinoa, Zimt und Chili oder in Ingwer und Soja mariniertes Kalbsfilet mit Koriander und Sesam – sehr exotisch, aber unglaublich lecker, der Gaumen freut sich über die ungewöhnliche Geschmacksexplosion.

Das Hanseatic Restaurant mit Meerblick

Auch das hervorragend ausgestattete Fitnessstudio, in dem jeden Tag mindestens drei angeleitete Kurse mit Trainer stattfinden, und der Wellnessbereich erfreuen sich großer Beliebtheit. Die große finnische Sauna birgt dabei für Saunagänger, die sich später direkt nach einem Ausflug von der Kälte erholen möchten, mit riesigem Panoramafenster und Blick aufs Meer auch noch Überraschungspotenzial: Wer sollte auf Deck 8 schon von draußen hereinschauen außer vielleicht ein paar Seevögeln? Nun, ab und an ein Zodiacfahrer, denn die Gummiboote für die Ausflüge werden genau hier inklusive Fahrer mit einem Kran auf das oberste Deck gehievt. Da die Schlauchbootkapitäne dies aber wissen, schauen sie spätestens ab Deck 7 nicht auf das Schiff, sondern auf das Meer hinaus.

Der Inspiration Walk bietet beste Aussicht

Einen tollen Blick bis zum Horizont hat man auch auf der Brücke, die nahezu immer für die Passagiere zugänglich ist.  Ausführlich erklären Wachoffizier und auch Kapitän Wolter, der kniffligere Passagen gerne selber fährt, interessierten Gästen Instrumente, Karten oder Route. Und selbst bei Freizeitkapitänen, die ungefragt kommentieren, wie einfach dieses oder jenes Manöver sei, oder ihnen erklären, wie man das Schiff besser steuern könnte, verlieren die erfahrenen Nautiker nie die Geduld. Viel zu zufrieden ist Kapitän Ulf Wolter mit seinem erst in dieser Saison in Dienst gestellten Schiff: „Der Schlüssel zum Erfolg unserer Expeditionsreisen ist die höchste Eisklasse PC6, das hat ja kaum ein anderes Kreuzfahrtschiff. Wir können viel tiefer ins Packeis fahren – wo die anderen umkehren müssen, da fahren wir rein und durch. So können unsere Passagiere ganz andere Anblicke genießen und einmalige Erfahrungen machen.“

Für einmalige Erfahrungen sorgt vor allem die unglaublich vielfältige und zahlreiche Tierwelt: Die ersten Pinguine sind gleich beim ersten Landgang in Yankee Harbour auf den Südshetland-Inseln zu sehen. Hier lebt eine größere Kolonie von Eselpinguinen. Neugierig mustern die knapp 60 cm großen, putzigen Gesellen mit dem weißen Häubchen und dem roten Schnabel die Neuankömmlinge mit den blauen Parkas und watscheln dann näher. Den in der Antarktis vorgeschriebenen Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten ist schwierig, denn die meisten Tiere riskieren neugierig auch gerne mal einen Blick aus der Nähe. So kann man nur zusehen, dass man keine der „Pinguin-Autobahnen“ genannten Hauptwege kreuzt und auf ruhende oder mit der Aufzucht beschäftigte Tiere achtet. Kommen die Eltern von der Nahrungssuche zurück an Land zu ihren Jungen, beginnt ein großes Spektakel: Wenn man sieht, wie die jungen Nimmersatte die Alten verfolgen und ihnen durch ständiges Picken an den Schnabel zusetzen, damit die noch etwas mehr Futter raus tun, dann überkommt einen das beruhigende Gefühl, dass mit dem ständig um mehr Taschengeld bettelnden, nervigen Teenager zuhause irgendwie doch noch alles in Ordnung ist.

Die possierlichen Federfrackträger gibt es an den nächsten Anlaufpunkten wie Half Moon Island, Petermann Island auf 65´07“ südlichster Punkt der Reise, Neko Harbour oder Brown Bluff reichlich zu beobachten. Neben den Eselpinguinen, die ständig kleine Steinchen einsammeln und damit im Schnabel herumlaufen, weil sie daraus ihre Nester bauen, sind vor allem zahlreiche Zügelpinguine mit ihrem schwarzen Strich durch das Gesicht zu sehen. Dazu die putzigen Adéliepinguine, die aussehen wie ein Ober mit zu kurzen Beinen.

Absoluter Komik-Star sind aber die Goldschopfpinguine, treffend auch Makkaroni-Pinguine genannt, weil sie so aussehen, als hätten sie sich einen Topf Nudeln mit Tomatensauce über den Kopf gekippt. Am beeindruckendsten ist der Besuch im südgeorgischen Salisbury Plain, der größte Königspinguinkolonie der Welt mit mehr als einer Viertelmillion Brutpaaren.

Das Zodiac buckelt über leichtem Wellengang, salzige Gischt, schneidendkalte Luft im Gesicht. Im Wasser wimmelt es von Pinguinen, die beim Schwimmen aus dem Meer springen und wieder eintauchen. An Land geht es im Gänsemarsch zur Pinguinkolonie, die sich bis weit in den Berghang hinaufzieht.

Überall ist etwas los, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Zehntausende Tiere stehen eng zusammen und nehmen ihre Jungen schützend in die Mitte. Wegen ihres aufgeplusterten, völlig zerzaustem braunen Gefieders werden die kleinen Wonneproppen „Kaffeewärmer“ genannt. Kaum vorstellbar, dass sich diese Punker-Küken nach der Mauser in elegante Königspinguine verwandeln.

 

Täglich gibt es Walsichtungen: Zwerg-, Mink-, Finn- und Buckelwale und bei den Landgängen Tausende Pelz-, Weddell- oder Krabbenfresser-Robben, See-Elefanten, -leoparden und -löwen.

Bei letzteren fallen einige Einzelgänger und viele Junggesellenhorden auf: Junge Seelöwen-Männchen, die bei der holden Weiblichkeit nicht so gut angekommen sind, fressen sich Gewicht und Kraft an, um im nächsten Jahr bei den pfundigen Plus-Size-Models (hoffentlich) besser abzuschneiden.

Auch die Landschaft ist abwechslungsreich und oftmals atemberaubend: Wie ein großes Hufeisen liegt Deception Island in der See. Die Insel ist ein zwei Millionen Jahre alter Stratovulkan, der 1967 zum bislang letzten Mal ausgebrochen ist. Der Krater reicht vom Meeresboden 45 Kilometer hoch, bei einem der Ausbrüche wurde die Caldera geformt. Durch eine spektakuläre Meerenge, Neptuns Blasebalg genannt, können Schiffe in den Kratersee fahren. 1928 startete von hier aus die erste Antarktisüberquerung mit einem Flugzeug durch Hubert Wilkins.

 

Grandios ist auch der sieben Kilometer lange und an der engsten Stelle nur etwa 700 Meter breite Lemaire-Kanal, an dem zu beiden Seiten schneebedeckte Gipfel so schön in den Himmel ragen, dass der Kanal „Kodak´s Gap“ genannt wird.  Am Nordeingang thront der 747 m hohe Doppelgipfel des Kap Renard, der so unmissverständlich die Konturen einer am Ende des 19. Jahrhunderts auf den Falklandinseln lebenden vollbusigen Schönheit nachzeichnet, dass die Walfänger ihn in schwelgender Erinnerung „Una´s Tits“ tauften.

Dass früher fast ausschließlich Männer unterwegs und die Aufenthalte recht einsam waren, ist auch in der historischen britischen Forschungsstation Port Lockroy dokumentiert, die 1996 als Museum hergerichtet wurde. Die Winter hier müssen trotz zahlreicher Aufgaben und Experimente lang und öde gewesen sein, für einige der Überwinterer sogar äußerst hart: wo sonst gibt es eine Forschungsstation auf der die Wissenschaftler höchstselbst, liebevoll auf jedes Detail achtend, Pin Up-Figuren von Sophia Loren, Marylin Monroe und weiteren Schönheiten aus den 1960-ern  mit Ölfarbe an die Wände ihres Gemeinschaftsschlafzimmers gemalt haben? Port Lockroy hat auch heute noch eine wichtige Funktion, denn die Station untermauert die Ansprüche des Empires auf Teile der Antarktis, die hier lebenden Pinguine sind quasi Untertanen Ihrer Majestät.

Einer der besonderen Momente, die Kapitän Ulf Wolter seinen Gästen mit ungewöhnlichen Zielen bereitet, ist der Anblick des A 68, derzeit größter Tafeleisberg der Erde mit 5.800 km², der doppelten Fläche Luxemburgs. 175 km lang, bis zu 50 km breit und bis zu 200 Meter dick – das  Verhältnis Länge zu Dicke entspricht etwa zwei übereinandergelegten DIN A4-Blättern –  hat der im August 2017 aus dem Larsen C-Schelfeis im Weddell-Meer herausgebrochene Gigant mit der Masse von etwa einer Billionen Tonnen Wasser bis hierhin rund 400 km zurückgelegt.

Gut ein Drittel der Passagiere hat sich bereits um 5.30 Uhr versammelt, um den Eisriesen zu bewundern. Und die ukrainische Pianistin beweist bereits am frühen Morgen einen ausgeprägten Sinn für Humor und spielt „My Heart will go on“ als sich das Schiff dem riesigen Tafeleisberg nähert – die Titelmelodie des Titanic-Films.

Eine weitere dieser einzigartigen Erfahrungen ist der Anlauf von Prion Island, einer von insgesamt nur fünf Brutplätzen von Wanderalbatrossen und darum von November bis Mitte Februar streng geschütztes Sperrgebiet. Nur mit besonderer Genehmigung kann man in Zehner-Gruppen auf einem Holzpfad, der nicht verlassen werden darf, die majestätischen Vögel mit ihrer Flügelspannweite von 3,50 Meter beobachten. In dieser Saison ist die HANSEATIC inspiration das einzige Schiff, was hier anlegt.

Nach einem kurzen Abstecher zu den Falkland-Inseln, einsam im Südatlantik gelegen, aber 1982 durch den Krieg zwischen Briten und Argentiniern 74 Tage im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, geht es an drei Seetagen zum Zielhafen Buenos Aires. Um sechs Uhr morgens steigt der Lotse auf zur 130 Kilometer langen Fahrt durch die Bucht und den Rio de la Plata hinauf. Als die argentinische Hauptstadt in Sicht kommt, blitzt ein kurzes Deja vu auf, denn auch Buenos Aires strahlt, funkelt und glitzert: die Glaspaläste der Hochhäuser und Wolkenkratzer wirken in der Sonne wie Eisberge.

Die nächsten Antarktisreisen der HANSEATIC inspiration mit Südgeorgien und den Falkland-Inseln finden vom 1. -17.12. 2020 statt und kosten in der Balkonkabine ab 16.790,- Euro pro Person : https://www.hl-cruises.de/reise-finden/INS2024#/

ACHTUNG: INGLEREISENDE: Die Kabinenkategorien 1 – 8 kosten keinen Aufschlag!

Weitere Expeditionen zu diesen Zielen gibt es vom 18.12.2020 – 6.1. 2021, und vom 3. – 21.1.2021.

Reine Antarktisreisen (ohne Südgeorgien & Falklands) finden vom 21.1. – 2.2.2021 und vom 2.2. – 15.2.2021 statt.