Das historische Schiffsplakat wirbt für eine Transatlantikpassage mit der Queen Mary

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts transatlantische Schiffspassagen boomten, wurden aufwändig gestaltete Plakate zum beliebten Werbemittel der Reedereien. Die bunten Poster verkauften Träume, weckten Sehnsüchte und sollten Auswanderer, Geschäftsleute sowie Touristen auf die Ozeandampfer locken.

Die ersten Plakate waren noch in Schwarzweiß gehalten
Die ersten Plakate waren noch in Schwarzweiß gehalten

Die farbenfrohen Plakate erzählten von Luxus, Abenteuer und Erfolg in der Fremde. Für die Gestaltung wurden namhafte Künstler und Grafiker engagiert. Etwa der belgische Maler Henri Cassiers oder der Hamburger Ottomar Anton. Anton entwarf in den zwanziger Jahren eindrucksvolle Schiffsplakate für die Reedereien Cunard und Hapag.

Die ersten Dampfschiffe wurden noch durch Segel unterstützt
Die ersten Dampfschiffe wurden noch durch Segel unterstützt

Um 1870 dauerte die Passage auf der Nordatlantikroute noch etwa zehn Tage, aber die Reedereien überboten sich mit neuen Rekorden. Die immer größer werdenden Hochseedampfer entwickelten sich vom einfachen Transportmittel zu Symbolen der Industrialisierung und des Fortschrittsglaubens.

Sehnsuchtsziel Amerika
Sehnsuchtsziel Amerika

Die Fahrt mit den stetig schneller werdenden Dampfern wurde immer beliebter und vor allem die feine Gesellschaft wollte nun mit den Ozeanriesen reisen. Die Reedereien passten ihre Schiffe den veränderten Bedürfnissen der neuen Passagiere an und schufen Dampfer mit den modernsten und nobelsten Inneneinrichtungen. Feinstes Porzellan, Silberbesteck und Kristallgläser – die Restaurants auf See gehörten zu den besten überhaupt.

Die Lusitania war ein schwimmendes Grand Hotel
Die Lusitania war ein schwimmendes Grand Hotel

Zwischen den Weltkriegen machten die Reichen und Schönen die Fahrten mit den Ozeanriesen legendär. Filmstars, Künstler, Sportler, Wirtschaftsmagnaten und Politiker – die oberen Zehntausend lösten Überfahrten. Glücksspiel, ausschweifende Gelage und exzessive Partys gehörten zur Abendunterhaltung an Bord.

Die oberen Zehntausend ließen es sich an Bord gutgehen
Die oberen Zehntausend ließen es sich an Bord gutgehen

Sehen und gesehen werden galt auf den glamourösen Prunktreppen zu den Speisesälen, die von den Damen in ihren kostspieligen Abendroben zu einem Laufsteg der Eitelkeiten gemacht wurden. Der Champagner floss in Strömen, so mancher Bordflirt sorgte weltweit für Schlagzeilen und die Etikette wurde gern mal vergessen. Für die Betuchten waren die Ozeanriesen die Grandhotels der Hochsee.

Die Ozeanriesen boten alle Annehmlichkeiten
Die Ozeanriesen boten alle Annehmlichkeiten

Mit dem Aufkommen des transatlantischen Linienflugverkehrs in den späten fünfziger Jahren, verloren die imposanten Liner ihre Bedeutung. Die Legenden der See mit den klangvollen Namen und der prunkvollen Ausstattung wurden nach und nach außer Dienst gestellt. Die bunten Schiffsplakate von damals erinnern an diese glanzvollen Ozeanriesen und den Mythos einer großen Ära.

Klassisch und eindrucksvoll
Klassisch und eindrucksvoll