Hurtigruten verliert sein Alleinstellungsmerkmal bei Postschiffreisen in die norwegischen Fjorde, Havila übernimmt vier Strecken mit LNG-Schiffen

Hurtigruten verliert sein Alleinstellungsmerkmal bei Postschiffreisen in die norwegischen Fjorde: Der norwegische Staat löst das Monopol für Postschiffreisen komplett auf, sodass ab März nächsten Jahres die Route zwischen Bergen und Kirkenes nicht mehr nur von den Schiffen der Hurtigruten-Reederei bedient wird. Hurtigruten AS muss sich die Konzession für die Küstenroute von 2021 bis 2030 mit der norwegischen Reederei Havila Kystruten teilen. Hurtigruten verkehrt seit 1893 im Liniendienst an der norwegischen Fjordküste, um die kleinen Orte am Meer zu versorgen. Hurtigruten wird dann nur noch sieben statt wie bisher elf Schiffe in staatlichem Auftrag einsetzen. Der künftige Staatsvertrag läuft zehn Jahre bis 2030. Verkehrsminister Ketil Solvik-Olsen erklärte, dass die Regierung einerseits sicherstellen wollte, dass weiterhin ganzjährig 34 Häfen an der Küste mit Personen und Fracht angefahren werden, und dass man nun mit der Schaffung von Konkurrenz dieses Angebot für die Kunden verbessern wolle. Die vom norwegischen Staat ausbezahlten Gelder bleiben in der Summe gleich – bei der Postschiffroute handelt es sich ja vor allem um eine für große Teile der norwegischen Bevölkerung wichtige Versorgungs- und Verbindungsroute, und nur in zweiter Linie um eine touristische Kreuzfahrtroute. Es werden jährlich 788 Millionen Kronen für den Betrieb der Küstenroute ausbezahlt – nunmehr aber an zwei Unternehmen, die sich diese Summe teilen müssen.

Vier neue und umweltfreundliche Schiffe nehmen den Betrieb für Havila auf und übernehmen vier der elf Hurtigruten-Abfahrten. Die Routen, wie auch die Abfahrtszeiten, sind identisch und auch für Havila gelten alle Auflagen des norwegischen Staates für Postschiffreisen, unter anderem hohe Umweltstandards. Die vier Havila-Schiffe werden derzeit in der Türkei und Spanien gebaut. Die Schiffe der gleichen Baureihe werden die Namen Capella, Castor, Polaris und Pollux tragen und per Batterie und Flüssigerdgas (LNG) angetrieben. Die Schiffe verfügen über 179 Kabinen in verschiedenen Kategorien und bieten nur eine kleine Zahl an Innenkabinen, mehrheitlich sind großzügige Außenkabinen und Suiten zu haben. Neben den Kabinenbereichen auf vier Decks verfügen die Schiffe über einen 24-Stunden-Kiosk, große Deckflächen, einen Panoramasalon mit Bar, ein kleines Fitnessstudio sowie einen Jacuzzi an Deck. Während der Rundreise können sich die Passagiere in zwei Restaurants mit regionaler, saisonaler Küche verwöhnen lassen.

Weitere Informationen unter https://www.havilakystruten.no/