Mehr als 300 Meeresforscher aus 35 Ländern haben in einer Kieler Erklärung deutlich mehr Investitionen in Meeres- und Klimaschutz gefordert.

Mehr als 300 Meeresforscher aus 35 Ländern haben in einer Kieler Erklärung deutlich mehr Investitionen in Meeres- und Klimaschutz gefordert. Der Ozean stecke in einer globalen Krise, heißt es in der Erklärung. Laut den Forschern haben die Meere in den vergangenen 50 Jahren global mehr als zwei Prozent Sauerstoff verloren. Das hört sich nach wenig an, hat aber gravierende Auswirkungen. Denn langfristig gefährden diese Veränderungen nicht nur das Leben in weiten Teilen der Ozeane, sondern es werden auch massive Auswirkungen auf die Atmosphäre erwartet, wenn sich in sauerstoffarmen Wasser Treibhausgase wie Methan oder Lachgas bilden. Die Wassermenge im offenen Ozean, in der jeglicher Sauerstoff fehlt, sei bereits um ein Vielfaches angestiegen, so die Kieler Erklärung. Die Wissenschaftler sehen als wesentliche Ursache für diese Entwicklung die Überdüngung der Ozeane und die zunehmende Erwärmung an. Die Natur verändere sich schneller als bislang angenommen. Mit der Kieler Erklärung fordern die Meeresforscher darum, den übermäßigen Nährstoffeintrag in die Meere durch die Reglementierung von industriellen Düngemitteln zu senken, die Meeresverschmutzung durch Plastik und Chemikalien drastisch runterzufahren sowie die globale Erwärmung durch wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu begrenzen. Dazu gäbe es keine Alternative, wenn man das Leben im Meer in seiner Vielfalt erhalten wolle.