Ein Forschungsteam der Uni Leipzig hat mit Drohnen Meerechsen auf den Galápagos-Inseln fotografiert und sucht jetzt Freiwillige zum Zählen

Es geht um Meerechsen auf Galápagos: Gerade im Lockdown könnte dies für den ein oder anderen einen sinnvolle Beschäftigung sein, die (außer Zeit) nichts kostet und auch noch den Tieren und dem Umweltschutz hilft.

Ein Forschungsteam unter Leitung der Zoologin Dr. Amy MacLeod von der Universität Leipzig zählt mithilfe von Drohnen Meerechsen auf den Galápagos-Inseln. Bis jetzt sind zwei Inseln abgeflogen und Aufnahmen gemacht worden.  Ziel des Projekts der Universität Leipzig ist es, die Populationsgrößen dieser vom Aussterben bedrohten Art festzustellen und auch mithilfe von Freiwilligen genau zu verorten – um die Leguane schlussendlich besser schützen zu können. Das flächendeckende Bild-Material hat das Team in 25.000 Ausschnitte eingeteilt. Diese müssen nun ausgewertet werden. Jetzt sucht das Team der Uni Leipzig, das von einheimischen Forschern unterstützt wird, Freiwillige, die dabei mithelfen. Für die Zählung hat das Team eine Projektwebsite auf der Plattform „Zooniverse“ eingerichtet, die unter diesem Link erreichbar ist:

https://www.zooniverse.org/projects/andreavarela89/iguanas-from-above

 

Interessierte können auf der Website nach einer kompakten Einführung Luftaufnahmen sichten und klassifizieren. Dabei geht es nicht nur darum, Meerechsen zu identifizieren, sondern auch zu markieren, wenn auf Bildern andere Lebewesen wie Vögel, Schildkröten, Krebse, Seelöwen oder Algen zu sehen sind – oder auch Plastikmüll, der eine Bedrohung für alle Meeresbewohner darstellt. Die Wissenschaftler betonen, dass die Klassifizierung eines jeden Bildes wichtig sei – ganz gleich, ob Meerechsen darauf zu sehen seien oder nicht. „Wenn wir zum Beispiel wissen, dass es an einem Ort keine Echsen gibt, ist es ein Hinweis, dass wir an anderen Stellen schauen müssen.“ Zwar ist die Website auf Englisch, doch wird die Einführung auch auf Deutsch und Spanisch zur Verfügung gestellt, damit möglichst viele Freiwillige mitmachen können.

Dr. Amy MacLeod und ihr Expeditions-Team haben in den vergangenen Monaten auf zwei Inseln des Galápagos-Archipels mithilfe von Kameradrohnen umfangreiches Bildmaterial aus der Luft gesammelt, genauer gesagt von den Küstenstreifen der Inseln. Denn hier, zurückgezogen auf steinigem und sehr unwegsamem Terrain, leben die Meerechsen. Seit Millionen von Jahren gibt es sie, etwa 1.000 Kilometer westlich von Ecuador – und nur dort. Diese Methusalems der Evolution sind die einzige Echsenart weltweit, die sich ihre Nahrung im Wasser sucht. Doch Umweltverschmutzung, der Klimawandel und andere eingewanderte Arten wie Katzen machen ihnen zunehmend das Überleben schwer. „Die Galápagos-Meerechsen sind vom Aussterben bedroht und um zu helfen, müssen wir wissen, wie viele es gibt und wo wir sie finden können“, sagt Dr. MacLeod.