Die Kohledioxidbelastung durch Kreuzfahrt macht in Hamburg nach Angaben der CLIA nur ein Prozent der gesamten CO²-Emissionen aus.

Nach Ansicht der CLIA sind Kreuzfahrtschiffe nicht schuld an hohen CO²-Werten. So macht die Kohledioxidbelastung durch Kreuzfahrt in Hamburg zum Beispiel nur ein Prozent der gesamten CO²-Emissionen aus. Mittlerweile investieren die Reedereien auch massiv in Umwelttechnologien: 111 von 253 Schiffen sind bereits mit Abgasnachbehandlungssystem ausgestattet. Ziel der Kreuzfahrtindustrie sei es, die Passagiere in Zukunft noch umweltschonender von Hafen zu Hafen zu bringen. Das zeigt sich auch an den Investitionen der Reedereien in neue Schiffe und Technologien: Mehr als jeder vierte Euro, den die Reedereien allein im vergangenen Jahr in Europa ausgaben, entfielen auf den Schiffbau und die Instandhaltung der Kreuzfahrtschiffe. Das entspricht 5,63 Milliarden Euro. Die Investitionen stiegen: allein zwischen 2015 und 2017 um 22,4 Prozent.

Am Wochenende wurde mit der AIDAnova das erste Kreuzfahrtschiff getauft, welches ausschließlich mit umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann. Weitere 16 Schiffe dieser Art werden bis 2023 in Dienst gestellt. „Das zeigt, dass die Branche als Ganzes am Einsatz neuer, umweltschonender Technologien arbeitet. Zudem verlässt kein neues Schiff die Werft ohne umfangreiche Umweltschutzeinrichtungen“, so Grammerstorf.

Strengere Regeln für Schifffahrt beschlossen

Neben den technologischen Fortschritten gibt es eine Reihe von regulatorischen Veränderungen, die dem Umweltschutz dienen. Internationale Seeschifffahrtsorganisationen wie die IMO (International Maritime Organization), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, sind verantwortlich für global einheitliche Vorschriften. Ihre Erlasse sind verpflichtend für alle Schiffe weltweit, also für Kreuz-fahrtschiffe wie Handelsschiffe.

Die IMO hat bereits ein Schwefellimit beschlossen. Ab 2020 dürfen alle Schiffe weltweit nur noch Treibstoff mit einem niedrigeren Schwefelgehalt verwenden. Ab dem 1. Januar 2020 sind damit nur noch Treibstoffe zulässig, die maximal ein Siebtel des Schwefelgehalts von derzeit zulässigen Treibstoffen enthalten. Obwohl die Kreuzfahrtschiffe nur etwa ein Prozent der weltweiten Handelsflotte mit etwa 50.000 Schiffen ausmachen, geht CLIA hier noch einen Schritt weiter und spricht sich für ein Mitführverbot von nicht zulässigen Treibstoffen für Schiffe aus. Dieser verschärfte Standard würde die Einhaltung der neuen Regelung zusätzlich unterstützen. Die Mitgliedstaaten der internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO haben sich in diesem Jahr außerdem darauf geeinigt, dass mit einer neuen Strategie die Schiffsemissionen bis 2050 gegenüber dem Stand 2008 halbiert werden sollen. Auch hier geht die Kreuzfahrt im maritimen Umweltschutz voran. CLIA und ihre Mitgliedsreedereien unterstützen zum Beispiel die IMO bei der Entwicklung von Strategien, damit neue Schiffe ihre CO2-Emissionen bis 2025 bereits um 30 Prozent reduzieren.