Mit dem dritten Anlauf der MS Braemar in diesem Jahr ging die Kreuzfahrtsaison in Lübeck-Travemünde zu Ende, insgesamt gab es in dieser Saison 21 Anläufe

Mit dem dritten Anlauf der MS Braemar in diesem Jahr ging die Kreuzfahrtsaison in Lübeck-Travemünde zu Ende. Der Passat-Chor verabschiedete das Schiff mit Seemannsliedern  am Ostpreußenkai und damit auch die Kreuzfahrtsaison des Jahres 2018. Insgesamt gab es in dieser Saison 21 Anläufe in Lübeck und Travemünde und damit wieder einmal eine Steigerung, denn im Vorjahr waren lediglich vierzehn Ankünfte von Kreuzfahrtschiffen mit rund 13 500 Passagieren verzeichnet worden. Fast wären es in dieser Saison noch ein paar Anläufe mehr geworden, denn für das Flusskreuzfahrtschiff MS Princess war ein Reiseturnus für Ende April / Anfang Mai geplant, in welchem der Travemünder Ostpreußenkai und der Lübecker Burgtorkai angelaufen werden sollten. Doch letztlich gab es von den Behörden aufgrund der Schiffslänge keine Freigabe für den Elbe-Lübeck-Kanal. Saisonhöhepunkte waren die Anläufe der Queen Elizabeth am 7. August und des neuen Schiffes der französischen Luxus-Expeditionsreederei Ponant, Le Laperouse, die als Weltneuheit eine Unterwasserlounge mit Fenstern zur Beobachtung von Meeresfauna und -flora bietet.

Das Thema Kreuzfahrtankünfte ist immer wieder Gegenstand der Diskussion in der Tourismuswirtschaft. Im Jahre 2001 wurden 34 Luxusliner in Lübeck und Travemünde gezählt, diese Zahl wurde seitdem nie wieder erreicht. Und Lübeck wird auch in den nächsten Jahren immer weiter abgehängt: Der vom Verein Lübeck Cruise vorgeschlagene Standort für ein neues Kreuzfahrtterminal mit Anlegern für große Schiffe an der Nordermole in Travemünde ist für Politiker und Verwaltung der Hansestadt nicht umsetzbar. Stattdessen arbeite die Verwaltung an einer neuen Tourismusstrategie, die im Frühjahr 2019 präsentiert werden soll und in dem der Vorschlag nach Angaben von Bürgermeister Jan Lindenau nicht aufgegriffen wird. Damit werden Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von mehr als 200 Metern Lübeck auch zukünftig nur in Ausnahmefällen anlaufen können. Mit dem Beschluss verabschiedet sich Lübeck vorerst aus einem rasant wachsenden Markt und überlässt das Feld den Kreuzfahrthochburgen Hamburg, Kiel und Warnemünde. Selbst kleine Städte Bremerhaven und Wismar sind Lübeck in der Kreuzfahrt weit voraus.