In Portland im US-Bundesstaat Oregon gibt es zu wenig Schlafplätze für Obdachlose, darum sollen sie in einem ausrangierten Kreuzfahrtschiff unterkommen

In der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon gibt es zu wenig Schlafplätze für Obdachlose. Ein Vorschlag der Stadtverwaltung für eine neue, große Unterkunft sorgte für zahlreiche negative Reaktionen. Darum hat jetzt der Abgeordnete Kenneth Capron einen radikalen Vorschlag gemacht und dem Stadtparlament vorgestellt. Er beantragte bei der Stadtregierung, die Unterbringung von Obdachlosen in einem ausrangierten Kreuzfahrtschiff zu prüfen. Das Schiff würde keine längerfristige Unterbringungsmöglichkeiten bieten, aber könnte kurzfristig jenen ein Obdach bieten, welche darauf angewiesen sind, so Capron. Der Gründer einer Wohltätigkeitsorganisation will als ersten Schritt nun die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie sicherstellen. Zu diesem Zweck hat er bereits bei einer Stiftung 250.000 Dollar beantragt. Auch von der Stadtverwaltung möchte er Geld dafür. Laut Caprons Schätzung kostet ein ausrangiertes Kreuzfahrtschiff mit 400 Kabinen inklusive Umbauten zwischen 5 und 25 Millionen US-Dollar. Die Behörden haben noch keine Entscheidung über einen Beitrag an Caprons Plänen gefällt. Ethan Strimling, Portlands Bürgermeister, zeigte sich aber angetan von Caprons Herangehensweise: „Ich habe keine Ahnung ob das die verrückteste oder die beste Idee ist, die ich je gehört habe. Aber was mir an Capron gefällt, ist, dass er kreative Ideen hat, wie die Wohnungsnot in Portland bekämpft werden könnte.“ Der Bürgermeister schätzt den Bedarf an Wohnplätzen für Obdachlose auf etwa 1.000. In einem Kreuzfahrtschiff sollen rund 800 Plätze geschaffen werden. Momentan will Capron das Schiff für verschiedene Bevölkerungsgruppen einsetzen. Außer Obdachlose möchte er Zimmer für einkommensschwache Personen und Einwanderer anbieten, die eine Unterkunft benötigen. Das Schiff würde auch ein Trainingscenter für Berufsausbildung bekommen, damit die Bewohner anfangen können zu arbeiten und sich ihr eigenes Zuhause leisten können. Das gesamte Schiff würde in vier verschiedene Decks aufgeteilt. Jedes der Decks würde mindestens 100 Wohneinheiten umfassen.

Weitere Informationen unter

https://www.necn.com/news/national-international/non-profit-wants-to-convert-cruise-ship-into-homeless-shelter-off-portland-maine/228243/

und

https://www.apost.com/en/blog/portland-man-comes-up-with-idea-of-using-old-cruise-ship-for-homeless-shelter-and-affordable-housing/23990/