Das Kuba-Verbot von US-Präsident Trump betrifft mehr als 800.000 Kreuzfahrtpassagiere. Das geht aus Zahlen des Kreuzfahrtverbandes CLIA hervor.

Das Kuba-Verbot von US-Präsident Trump betrifft viele Kreuzfahrtpassagiere. Das geht aus Zahlen des Kreuzfahrtverbandes CLIA hervor. Denn nachdem US-Präsident Donald Trump direkte Reisen aus den USA in den Karibikstaat kurzerhand für illegal erklärt hat, müssen nicht nur die US-Gesellschaften ihre Routen ändern. Rund 800.000 Passagiere hatten Kreuzfahrtrouten aus den USA gebucht, bei denen mindestens ein Anlauf in Kuba enthalten war. Der Schritt trifft die Reedereien plötzlich und ohne Vorwarnung. Sämtliche Buchungen seien unter einer anderslautenden vorherigen Regelung erfolgt. Die CLIA bedauert die Auswirkungen der Maßnahme auf die Passagiere. Selbst kurzfristig bevorstehende Anläufe auf die Zuckerrohrinsel mussten wegen des plötzlich erlassenen Kuba-Verbots gestrichen werden.

Die Reedereien müssen ihre Schiffe jetzt umrouten. Die “Majesty” und die “Empress of the Seas” von Royal Caribbean steuern völlig neue Ziele an. Betroffenen Kunden bietet Royal Caribbean ein kostenloses Rücktrittsrecht sowie 50 Prozent Rabatt auf die nächste Kreuzfahrt an. Bei Carnival sind bislang etwa 30 Kreuzfahrten mit unterschiedlichen Schiffen betroffen. Als erste europäische Kreuzfahrtgesellschaft hat MSC Cruises eine Änderung der Routen der „ MSC Armonia“ angekündigt. Die derzeit an Bord der MSC Armonia befindlichen Gäste und ihre Reisebüros wurden bereits informiert. Als Entschädigung erhalten die Reisenden 400 US-Dollar pro Kabine als Bordguthaben. Alle Landausflüge für Havanna, die im Voraus gebucht wurden oder im Ticket enthalten waren, werden automatisch auf das Bordkonto der Gäste zurückerstattet. Weiters haben Gäste die Möglichkeit, das Schiff und die Reiseroute zu ändern. MSC Cruises verzichtet selbstverständlich auf Stornogebühren und überträgt bereits bezahlte Beträge auf die neue Buchung.

Von dem Kuba-Verbot sind nicht nur Kreuzfahrtreedereien betroffen: Auch Fahrten mit anderen Passagierschiffen oder Segeljachten sind künftig untersagt. Ebenfalls verboten sind Reisen mit Privat- oder Firmenflugzeugen, Linienflüge sollen jedoch weiterhin stattfinden. Auch Bildungsreisen für Gruppen werden untersagt, Familienbesuche sollen aber trotz Sanktionen erlaubt bleiben. Ebenso können Reisen aus akademischen, journalistischen oder humanitären Gründen gestattet werden. US-Präsident Trump hatte er bereits die allgemeinen Bedingungen für legale Reisen von US-Bürgern nach Kuba verschärft und außerdem den dritten Abschnitt des sogenannten Helms-Burton Acts erstmalig in Kraft gesetzt. Dieser ermöglicht es US-Bürgern, die während der Revolution von 1959 aus US-Sicht enteignet wurden, vor US-Gerichten Entschädigungsklagen anzustrengen.

Weitere Informationen unter https://www.tagesschau.de/ausland/usa-kuba-129.html