Der Verein Lübeck Cruise zur Förderung der Kreuzschifffahrt, wird aufgelöst. Der Anleger für große Schiffe an der Nordermole in Travemünde wird nicht kommen

Der Verein Lübeck Cruise, der zur Förderung der Kreuzschifffahrt in Lübeck gegründet worden war, wird zum Jahresende aufgelöst. Hauptaufgabe des Vereins war es, Alternativen für die Abfertigung größerer Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 200 Meter Länge zu suchen, sagte der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), Sebastian Jürgens. Der von Lübeck Cruise vorgeschlagene Standort für ein neues Kreuzfahrtterminal mit Anleger für große Schiffe an der Nordermole in Travemünde war für Politiker und Verwaltung der Hansestadt nicht umsetzbar. Stattdessen arbeitete die Verwaltung an einer neuen Tourismusstrategie, in dem der Vorschlag nicht aufgegriffen wurde. Damit werden Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von mehr als 200 Metern Lübeck auch zukünftig nur in Ausnahmefällen anlaufen können, wie die Queen Elizabeth der britischen Reederei Cunard Line, die am Skandinavienkai festmachen durfte. Die gezielte Vermarktung und Akquisition in dem Marktsegment kleinerer Kreuzfahrtschiffe bis 200 Meter Länge, die den Ostpreußenkai in Travemünde nutzen können, sei beim Lübeck Travemünde Marketing und der Lübecker Hafen-Gesellschaft in guten Händen. Darum kann der Verein auch liquidiert werden. In dem 2015 gegründeten Förderverein Lübeck Cruise hatten sich Lübecker Unternehmen, die Hafengesellschaft, die Industrie- und Handelskammer, die Lübecker Kaufmannschaft und lokale Tourismuspartner zusammengeschlossen, um die Marketingaktivitäten Lübecks im Kreuzfahrtsegment zu bündeln.

Mit der neuen Tourismusstrategie verabschiedet sich Lübeck vorerst aus einem rasant wachsenden Markt und überlässt das Feld den Kreuzfahrthochburgen Hamburg, Kiel und Warnemünde. Selbst Bremerhaven und Wismar hängen Lübeck mittlerweile ab. Dabei waren in 2018 immerhin 19 Anläufe verzeichnet worden, darunter der Besuch der „Queen Elizabeth“ Anfang August und das neue Expeditionsschiff von Ponant, die Le Laperouse. Die amtliche Hafenstatistik weist 2003 als Spitzenjahr mit 49 Anläufen aus, aber in diesem Jahr bricht das Geschäft aber geradezu zusammen. Der Kreuzfahrtstandort Travemünde dümpelt vor sich hin, obwohl der Markt boomt. Die Zahl der Passagiere, die in Travemünde von oder an Bord von Urlauberschiffen ging, hat die 30 000 nie erreicht. Eine Potenzialanalyse zeigte, dass Travemünde 71 „Traumschiffe“ mit zusammen fast 130 000 Passagieren anlocken könnte, wenn es einen Anlieger für Schiffe bis 300 Metern Länge gebe. Damit würde Travemünde immer noch nicht in der ersten Liga spielen, aber immerhin kräftig aufholen. 2019 gab es in Lübeck-Travemünde nach Angaben der Stadt 14 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen. In Kiel wurden nach Angaben des Seehafens Kiel 174 Anläufe und in Rostock-Warnemünde 199 Anläufe gezählt.

Weitere Informationen zu den cleveren Tourismusplänen unter https://www.luebeck-marketing.de/ueber-uns/taetigkeitsbereiche/touristische-wachstumsstrategie.html