Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hat nach Beschwerden von Bewohnern und Anzeigen der Hafenpolizei gegen zwei Kreuzfahrtreedereien Bußgeldbescheide verhängt.

Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hat nach Beschwerden von Bewohnern und Anzeigen der Hafenpolizei gegen zwei Kreuzfahrtreedereien Bußgelder verhängt. Der Grund für die Bußgeldbescheide war jeweils Lärmbelästigung im Hafen. Um welche Reedereien bzw. Schiffe es sich handelte, hat die Behörde nicht bekanntgegeben. In einem Fall musste die Reederei musste als Strafe für die Lärmbelästigung 600 Euro bezahlen. das zweite Verfahren gegen eine andere Reederei ist noch nicht abgeschlossen.

Durch eine Änderung der entsprechenden Verordnung ist die Hafenpolizei seit vergangenem Sommer ermächtigt, Bußgelder wegen Lärmbelästigung gegen Kreuzfahrtschiff-Reedereien zu verhängen. Auch im vergangenen Jahr hatten die häufigen Beschwerden der Anwohner in zwei Fällen zu Bußgeldern geführt. In einem Fall wurde das Bußgeld von 900 auf 720 Euro herabgesetzt, nachdem der Kapitän des Schiffes Maßnahmen getroffen hatte, um den Lärm künftig zu reduzieren. Auch wenn es nur in zwei Fällen zu Bußgeldverfahren kam, seien die Beschwerden der Anwohner weitaus häufiger gewesen, hieß es in der Erklärung. Meisten hätten Lärmmessungen ergeben, dass die Musik der Kreuzfahrtschiffe im Hafen unterhalb des erlaubten Dezibel-Limits gewesen. In anderen Fällen befanden sich die Schiffe außerhalb des Hafenbereichs und konnten deshalb nicht belangt werden.

Palma will den Kreuzfahrttourismus einschränken und nur noch ein großes Kreuzfahrtschiff pro Tag zulassen. Vor allem die Altstadt von Palma wird im Sommer von den Kreuzfahrttouristen besucht. Im vergangenen Jahr kamen 2,6 Millionen Gäste mit einem Kreuzfahrtschiff nach Palma, die allermeisten davon zwischen Juli und September. Dass die Zahlen von Kreuzfahrtpassagieren so stark steigen, ist nach Einschätzung von Experten erstaunlich: Zwar war eine leichte Steigerung erwartet worden, aber die Erhöhung der Touristensteuer durch die Regionalregierung hatte zu Protesten des Lobbyverbandes CLIA und der Reedereien geführt.  Der Steuersatz zwischen Mai und Oktober wurde auf zwei Euro pro Tag verdoppelt. In den Wintermonaten November bis April beträgt die Steuer 0,50 Cent pro Tag und Kopf. Zahlen müssen dies zunächst die Reedereien der anlaufenden Schiffe. Letztendlich kann man aber davon ausgehen, dass dies natürlich in den nächsten Jahren in die Kreuzfahrtpreise eingerechnet wird. Schließlich möchten sich gerade die Reedereien mit großen Schiffen und vielen Abfahrten ja nicht die Bilanz vermiesen. Betroffen sind vor allem Reedereien, die Palma als Basishafen für ihre Abfahrten nutzen, wie beispielsweise AIDA. Anscheinend ist der Kundendruck aber so hoch, dass die Reedereien um Palma nicht herumkommen. Palma und Barcelona empfangen mit Abstand die meisten Kreuzfahrttouristen in Spanien, beide Häfen werden darum weiter modernisiert und ausgebaut. Insgesamt investiert die spanische Hafenbehörde für beide Kreuzfahrthäfen mehr als 100 Millionen Euro.