Auf Mallorca boomt der Kreuzfahrttourismus: Mehr als 1,3 Millionen Passagiere bis Juli entsprechen einer Zuwachsrate von mehr als 23 Prozent

Auf Mallorca hat der Kreuzfahrttourismus seine gewaltige Entwicklung fortgesetzt: Mehr als 1,3 Millionen Passagiere kamen in den ersten sieben Monaten in den Häfen der Baleareninsel an, das entspricht einer Zuwachsrate von mehr als 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stammen aus dem spanischen Verkehrsministerium, das bereits jetzt ein Rekordjahr für die Saison 2018 voraussagt, obwohl nur die Zahlen der ersten sieben Monate vorliegen. Auch die weiteren Voranmeldungen für Anläufe seien deutlich höher als im Vorjahr. Außerdem seien vor allem die Monate Mai bis Juni sehr stark, während selbst in einer Ganzjahresdestination wie Mallorca der Kreuzfahrttourismus in den Wintermonaten deutlich zurückgehe und dadurch die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr auch schwach seien.

Dass die Zahlen von Kreuzfahrtpassagieren so stark steigen, ist nach Einschätzung von Experten erstaunlich: Zwar war eine leichte Steigerung erwartet worden, aber die Erhöhung der Touristensteuer durch die Regionalregierung hatte zu Protesten des Lobbyverbandes CLIA und der Reedereien geführt.  Der Steuersatz zwischen Mai und Oktober wurde auf zwei Euro pro Tag verdoppelt. In den Wintermonaten November bis April beträgt die Steuer 0,50 Cent pro Tag und Kopf. Zahlen müssen dies zunächst die Reedereien der anlaufenden Schiffe. Letztendlich kann man aber davon ausgehen, dass dies natürlich in den nächsten Jahren in die Kreuzfahrtpreise eingerechnet wird. Schließlich möchten sich gerade die Reedereien mit großen Schiffen und vielen Abfahrten ja nicht die Bilanz vermiesen. Betroffen sind vor allem Reedereien, die Palma als Basishafen für ihre Abfahrten nutzen, wie beispielsweise AIDA. Anscheinend ist der Kundendruck aber so hoch, dass die Reedereien um Palma nicht herumkommen. Palma und Barcelona empfangen mit Abstand die meisten Kreuzfahrttouristen in Spanien, beide Häfen werden darum weiter modernisiert und ausgebaut. Insgesamt investiert die spanische Hafenbehörde für beide Kreuzfahrthäfen mehr als 100 Millionen Euro.