Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag soll Palma de Mallorca anlaufen statt wie bislang bis zu sechs Kreuzfahrtriesen, fordern Tausende Mallorquiner

Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag soll Palma de Mallorca anlaufen statt wie bislang bis zu sechs Kreuzfahrtriesen. Das fordern Tausende Einheimische, die politischen Druck auf die Regionalregierung ausüben. Erstmals haben sich dabei 23 Vereinigungen in einer gemeinsamen Erklärung zusammengeschlossen. Darüber hinaus soll auch die Zahl der Kreuzfahrtgäste an Bord beschränkt werden. Die Gruppierungen wollen maximal 4.000 Gäste am Tag empfangen. Das bedeutet, Schiffe wie die «Symphony of the Seas» oder die «Harmony of the Seas» mit ihren mehr als 6000 Passagieren sollen in Palma nicht mehr anlegen dürfen. Auch eine Touristensteuer von 5 Euro am Tag fordern die Umweltschützer, bisher zahlen die Kreuzfahrttouristen 2 Euro. Außerdem solle das Mittelmeer, genauso wie die Nordsee und die Ostsee, zu einem Gebiet der Emissionskontrolle erklärt werden. Denn Palma weist mit Barcelona die höchste durch Kreuzfahrtschiffe verursachte Belastung in Europa auf. Vor allem die Altstadt von Palma wird im Sommer von den Kreuzfahrttouristen besucht. Im vergangenen Jahr kamen 2,6 Millionen Gäste mit einem Kreuzfahrtschiff nach Palma, die allermeisten davon zwischen Juli und September. Dass die Zahlen von Kreuzfahrtpassagieren so stark steigen, ist nach Einschätzung von Experten erstaunlich: Zwar war eine leichte Steigerung erwartet worden, aber die Erhöhung der Touristensteuer durch die Regionalregierung hatte zu Protesten des Lobbyverbandes CLIA und der Reedereien geführt.  Der Steuersatz zwischen Mai und Oktober wurde auf zwei Euro pro Tag verdoppelt. In den Wintermonaten November bis April beträgt die Steuer 0,50 Cent pro Tag und Kopf. Zahlen müssen dies zunächst die Reedereien der anlaufenden Schiffe. Letztendlich kann man aber davon ausgehen, dass dies natürlich in den nächsten Jahren in die Kreuzfahrtpreise eingerechnet wird. Schließlich möchten sich gerade die Reedereien mit großen Schiffen und vielen Abfahrten ja nicht die Bilanz vermiesen. Betroffen sind vor allem Reedereien, die Palma als Basishafen für ihre Abfahrten nutzen, wie beispielsweise AIDA. Anscheinend ist der Kundendruck aber so hoch, dass die Reedereien um Palma nicht herumkommen. Palma und Barcelona empfangen mit Abstand die meisten Kreuzfahrttouristen in Spanien, beide Häfen werden darum weiter modernisiert und ausgebaut. Insgesamt investiert die spanische Hafenbehörde für beide Kreuzfahrthäfen mehr als 100 Millionen Euro.

Weitere Informationen unter https://www.mallorcazeitung.es/