Auf Mallorca sind die Anläufe von Kreuzfahrtschiffen gesunken, die Passagierzahlen aber erneut gestiegen: 2,2 Millionen Kreuzfahrer gingen in Palma an Land

Auf Mallorca sind die Anläufe von Kreuzfahrtschiffen gesunken, die Passagierzahlen aber erneut gestiegen: Zwischen Januar und September gingen 2,2 Millionen Kreuzfahrer in Palma an Land, das sind laut Zahlen der Hafenbehörde fast zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2018. Trotz der erhöhten Passagierzahlen kamen dieses Jahr 126 Schiffe weniger, was für die steigende Größe der Ozeanriesen spricht. Die Häfen der Balearen empfingen, neben Barcelona, spanienweit die meisten Passagiere. Mit gehörigem Abstand folgen Las Palmas, Santa Cruz de Tenerife, Valencia, Bahía de Cádiz und Málaga, die alle weniger als eine Million Kreuzfahrturlauber empfingen. Málaga ist Spaniens einzige Hafenstadt mit einem deutlichen Rückgang der Kreuzfahrtschiffe. Hier gingen 284.141 Passagiere weniger als im Vorjahreszeitraum an Land.

Die steigende Zahl der Kreuzfahrttouristen sorgt auf Mallorca seit längerer Zeit für Unmut in der Bevölkerung. Es wird moniert, dass der finanzielle Mehrwert der Touristen für den Einzelhandel sehr gering ausfalle, da die Touristen häufig durch die Altstadt “geschleust” würden und wenig konsumierten. Besserung ist nicht so schnell in Sicht: Laut Hafenbehörde werden 2020 im Hafen von Palma 550 Kreuzfahrtschiffe anlanden. Am meisten Andrang herrscht im Zeitraum von Mai bis Oktober, am 11. April sowie am 10. Oktober kommen an beiden Tagen jeweils sieben Schiffe auf einmal an – das bedeutet einen Besucherandrang von schätzungsweise bis zu 17.000 Touristen.

Die von Inselbewohnern schon seit langem geforderte Beschränkung des Kreuzfahrttourismus wird aber wohl frühestens ab 2022 möglich, bis dahin sind die Fahrpläne und Landehäfen für die riesigen Ozeandampfer bereits festgelegt. Francina Armengol, Präsidentin der Insel-Regierung, sagte zwar, man suche nach Lösungen, um die Anzahl der Schiffe und damit Besucher im Stadtzentrum einzuschränken, wollte sich aber nicht auf Höchstwerte festlegen lassen. Dass der Kreuzfahrt-Tourismus tatsächlich eingeschränkt wird, scheint aber wahrscheinlich: Erst im September hatte die spanische Hafenbehörde auf der Messe Seatrade Cruise Europa in Hamburg bekannt gegeben, insgesamt 296 Millionen Euro in den Hafen von Palma und seine Infrastruktur sowie auch in die Kreuzfahrtschiffe selbst zu investieren.

Weitere Informationen unter https://www.diariodemallorca.es/palma/2019/07/20/limite-cruceros-podra-empezar-aplicar/1434968.html