Auf der MSC Seaview sind die Masern ausgebrochen, Folge war die wohl größte Massen-Impfung in der Geschichte der Kreuzfahrt mit 9.000 Menschen

Auf der MSC Seaview sind die Masern ausgebrochen, mindestens dreizehn Besatzungsmitglieder sind erkrankt. Das klingt zunächst nicht sonderlich dramatisch, etwas kitzliger wird es aber, wenn sich auf einem Schiff rund 6.000 Menschen auf relativ engem Raum aufhalten. Die Folge war die wohl größte Massen-Impfung in der Geschichte der Kreuzfahrt, insgesamt 9.000 Menschen wurden auf der MSC Seaview gegen Masern geimpft. Laut amerikanischen Medienberichten meldete das bei der Ankunft in der brasilianischen Hafenstadt Santos den Behörden, dass 13 Crew-Mitglieder an einer Infektionskrankheit erkrankt seien. Die Betroffenen hatten Symptome wie Fieber, Hautausschlag, Kopfschmerzen und vergrößerte Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren. Man habe die Erkrankten sofort in ihren Kabinen isoliert und medizinisch versorgt.

Aufgrund der Meldung schickten der Bürgermeister von Santos und die National Health Agency (ANVISA) 110 Ärzte und Krankenschwestern auf das Schiff, um dort fast 9.000 Menschen gegen Masern zu impfen: Passagiere, die das Schiff verließen, Gäste die neu an Bord kamen und sämtliche Crew-Mitglieder. Dabei handelte es sich nicht um eine Zwangsimpfung: Wer den Nachweis erbrachte, gegen Masern geimpft zu sein, wurde nicht behandelt. Wer ohne Schutz war und nicht geimpft werden wollte, hatte eine Haftungsübernahme zu erklären, für den Fall einer Infizierung. Nach dieser spektakulären Aktion konnte die MSC Seaview, wie geplant, zu ihrer nächsten Reise aufbrechen. Laut Medienberichten dürfen die Passagiere in allen Häfen an Land gehen – die Crew-Mitglieder aber nicht. Das erst im Vorjahr in Dienst gestellte Schiff unternimmt von Dezember 2018 bis März 2019 verschiedene drei- bis siebentägige Kreuzfahrten ab/bis Santos entlang der brasilianischen Küste. Südamerika-Reisen scheinen für MSC-Kreuzfahrtschiffe gerade unter keinem besonders guten Stern zu stehen. Erst vor ein paar Tagen waren zwei MSC-Schiffe im Hafen von Buenos Aires beim Manövrieren zusammengestoßen.