Die systematische Bergung von 270 Containern nach der Havarie des Frachters MSC Zoe in der Nordsee wird mehrere Monate dauern.

Knapp eine Woche nach der Havarie des Frachters MSC Zoe in der Nordsee hat die systematische Bergung am Meeresgrund verstreuten Behälter begonnen. Die meisten der versunkenen Behälter im Meer sind aus der Luft und von Spezialschiffen geortet. Insgesamt müssen rund 270 Container vom Boden der Nordsee gehoben werden. Das Bundesamt für Seefahrt hat außerdem unterdessen Driftmodellen den wahrscheinlichen Weg von noch treibenden Containern berechnet. Etwa 20 wurden in der Nähe der Ostfriesischen Insel Borkum geortet.

Ein niederländisches Bergungsschiff hat unterdessen an der Emsmündung nahe der deutschen Grenze die ersten beiden zwei geborgen. Der überwiegende Teil der großen Stahlkisten liegt auf der sehr stark befahrenen Route für Frachtschiffe, quasi wie auf einer Autobahn. Dies erschwert die Bergung immens, denn die Route soll möglichst nicht gesperrt werden, nur im äußersten Notfall. Wegen der hohen Zahl der zu bergenden Elemente wird die gesamte Operation voraussichtlich mehrere Monate dauern. Für die Bergung werden insgesamt drei Spezialschiffe und Unterwasserkameras eingesetzt.

Die MSC Zoe ist mit fast 400 Metern Länge eines der größten Containerschiffe der Welt. Der Frachter hatte in der Nacht zum 2. Januar auf dem Weg von Antwerpen nach Bremerhaven in stürmischer See  291 Container verloren, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen. Rund 20 Container waren aufgebrochen und der Inhalt auf niederländischen und deutschen Nordsee-Inseln angespült worden. Auf deutscher Seite war bislang vor allem Borkum betroffen. Die Strände waren mit Plastik, Styropor, Schuhen, Spielzeug oder Kühlschränken übersät. Nach Angaben der Reederei MSC wurden inzwischen mehr als 1200 Tonnen Frachtgut eingesammelt. Doch Umweltschützer und Bürgermeister der Inseln fürchten Langzeitschäden durch den Plastikmüll. Die Reederei hatte zugesichert, die Kosten für die Bergungsarbeiten zu übernehmen. Der 395 Meter lange Superfrachter MSC Zoe kann mehr als 19.000 Standardcontainer befördern. Das Schiff wurde im August 2015 im Hamburger Hafen von der Namensgeberin, der damals vierjährigen Zoe Vago, Enkelin des Gründers der Reederei MSC, Gianluigi Aponte, getauft.