Nach der Havarie des Frachters MSC Zoe in der Nordsee gibt es jetzt von den deutschen Behörden eine Warnmeldung für die Insel Borkum.

Nach der Havarie des Frachters MSC Zoe sind bislang mehr als 20 Container in deutschen Gewässern wurden bisher zehn Container gesichtet worden, allerdings konnte bislang nur ein einziger gesichert werden. Die Wettersituation mit bis zu fünf Meter hohen Wellen erschwert die Bergung, die Suche aus der Luft musste ebenfalls abgebrochen werden. Die verlorenen Container gefährden die Schifffahrt in der Nordsee. Für den Schiffsverkehr stellen die großen Behälter ein Risiko dar, weil viele nicht sofort sinken, sondern knapp unter der Oberfläche mit den Strömungen driften und die Gefahr einer Kollision besteht. Knapp unter der Wasseroberfläche treibend, können die Container nicht vom Radar geortet werden. Bei der Suche nach den untergegangenen Containern unter Wasser wird jetzt auch das Spezialschiff Wega vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eingesetzt. Die Wega ist ein Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff. Das Bundesamt für Seefahrt versucht unterdessen mit Driftmodellen den wahrscheinlichen Weg der Container zu berechnen.

Auf Borkum sind unterdessen zahlreiche Ladungsreste angespült worden, darunter Fernsehgeräte, Matratzenschoner, Spielzeug und Fahrradteile. Einwohner versuchen die Strände auf einer Länge von 15 Kilometern zu säubern. Bislang wurden rund 25 Kubikmeter entfernt, das entspricht etwas mehr als einer LKW-Ladung. Das Havariekommando Cuxhaven warnt immer noch davor, am Strand gefundene Container, Containerteile oder Gegenstände ohne Anweisung von staatlichen Stellen wie Polizei und Feuerwehr zu berühren. Mindestens einer der weggespülten Transportbehälter enthält den giftigen Stoff Dibenzoylperoxid, der für die Produktion von Kunststoffen eingesetzt wird.

Der fast 400 Meter lange Frachter hatte auf dem Weg von Antwerpen nach Bremerhaven in stürmischer See mehr als 270 Container verloren, darunter mindestens einen, der Gefahrgut enthält. Bei den bestehenden Wind- und Wetterverhältnissen besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Container an der ostfriesischen Küste an Land gespült werden. Besondere Wachsamkeit herrscht dabei für Borkum, bislang wurden sechs Container auf deutschem Hoheitsgebiet gesichtet. Auf den niederländischen Inseln Vlieland, Terschelling und Ameland wurden nach Angaben der staatlichen Küstenwache bereits mehr als 20 Container angespült. Einige Container haben sich geöffnet oder sind beschädigt, so dass die Strände der niederländischen Inseln sind von Objekten wie Spielzeug, Glühbirnen, Kleidung oder Möbelstücken verschmutzt sind. Auch Säcke mit giftigem Inhalt wurden dort bereits angeschwemmt.

Die Reederei MSC hat unterdessen erklärt, dass sie alle Kosten für die Bergungsaktion in voller Höhe übernehmen will.