Einer der Gründer von Norwegian Cruise Line ist verstorben: Knut Utstein Kloster verstarb am 20. September 2020 im Alter von 91 Jahren.

Einer der Gründer von Norwegian Cruise Line ist verstorben: Knut Utstein Kloster junior verstarb am 20. September 2020 im Alter von 91 Jahren. Der norwegische Unternehmer gründete 1966,  gemeinsam mit Ted Arison, die Norwegian Caribbean Line, die später in Norwegian Cruise Line umbenannt wurde. Als erstes Schiff nahm im selben Jahr die Sunward den Dienst auf. In Anlehnung an ihren Gründer wurde die Reederei auch unter dem Namen Kloster Cruises vermarktet. Ted Arison hatte das Unternehmen bereits kurz nach der Gründung wegen interner Uneinigkeiten verlassen und gründete daraufhin seine eigene Reederei, die Carnival Cruise Line. Kloster galt als einer der Pioniere der modernen Kreuzfahrt, 1986 verließ er sowohl Norwegian Cruise Line als auch das Familienunternehmen Kloster Rederi, um sich neuen Projekten zu widmen. 2000 war Knut Kloster Initiator des Projekts The World, einem Kreuzfahrtschiff mit Privatresidenzen an Bord. Das 2002 in Dienst gestellte Schiff blieb bis 2003 im Besitz des Reeders und wurde anschließend an ein norwegisches Unternehmen und die einzelnen Bewohner verkauft.

Norwegian Cruise Line ehrt seinen Gründungsvater: Das Unternehmen wird Kloster einen Teil seines zukünftigen Terminals, die Haupthalle, im Hafen PortMiami in Miami widmen und einen jährlichen Innovationspreis für Mitarbeiter in Gedenken an Knut Klosters humanitären, nachhaltigen und innovativen Geist einführen. „Wir sind unglaublich traurig über den Verlust dieses Visionärs, der nicht nur unser Unternehmen, sondern auch unsere gesamte Branche zum Leben erweckt hat”, sagt Frank Del Rio, Präsident und CEO der Norwegian Cruise Line Holdings. „Knut war ein Pionier unserer Branche und seiner Zeit absolut voraus. Er hat jede Gelegenheit genutzt, Vorreiter zu sein und neue Grenzen zu durchbrechen. Seine Leidenschaft ging weit über die Kreuzfahrt hinaus. Er engagierte sich weltweit mit sozialen, kulturellen, humanitären und ökologischen Projekten.”

Der Einfluss von Kloster auf das Unternehmen und die Branche sei tiefgreifend gewesen. Bereits 1966 habe er aus der steigenden Nachfrage Amerikas nach internationalen Reisen geschöpft und vom damals sich noch im Bau befindenden Hafen von Miami aus Rundreisen mit der 550 Passagiere fassenden Sunward angeboten. Seine Innovationen haben sich fortgesetzt: Mit GreatStirrup Cay habe er die erste private Insel der Branche gegründet und mit der Norway das erste Megaschiff, das die Karibik anlief. Er wurde vor allem für seinen außergewöhnlichen Charakter geschätzt worden. Kloster war fest davon überzeugt, dass dauerhafter kommerzieller Erfolg genauso auf sozialer und ökologischer Achtsamkeit beruhe wie auf finanzieller Verantwortung. Mit multinationalen und -kulturellen Besatzungen habe er an Bord seiner Schiffe eine Kultur der Integration und des Verständnisses entwickelt. Für seine Bemühungen erhielt er von den Vereinten Nationen die Erlaubnis, ihre Flagge auf dem Mast der SS Norway zu hissen.

Weitere Informationen unter https://www.zeit.de/1988/31/kapitalist-mit-moral