Ein Privatmann startet jetzt eine neue Fähre auf die Nordseeinsel Juist. Der "Töwerland-Express" benötigt nur 45 statt 90 Minuten wie die Frisia-Fähren

Ein Privatmann startet jetzt eine neue Fähre auf die Nordseeinsel Juist. Die mit 17 Kilometern längste der ostfriesischen Inseln soll schon in Kürze auf dem Wasserweg nicht nur über Frisia-Fähren ab Norddeich erreichbar sein. Das zusätzliche Fährboot wird knapp doppelt so schnell sein wie die angestammten, bislang konkurrenzlosen Fähren. Ein Gastronom aus Juist bietet die neue Fähre an. Juist ist autofrei, wenn man von den wenigen Rettungswagen für Polizei und Feuerwehr absieht. Autos müssen also – anders als auf den Nachbarinseln Norderney und Borkum – nicht auf die Insel transportiert werden. Die Personenfähren des bisherigen Monopolisten, der Reederei Frisia, sind älteren Baujahrs und tuckern eher gemächlich zur Insel und zurück. Rund anderthalb Stunden benötigen sie für die wenigen Kilometer vom Festlandshafen Norddeich in den Hafen von Juist.

45 statt 90 Minuten Reisezeit

Der 50-jährige Gastronomieunternehmer Jörg Schmidt will  die Insel nun schneller erreichbar machen. Die neue Fähre soll doppelt so schnell sein wie die alten Frisia-Fähren. Mehr als 16 Knoten sind im Naturschutzpark Wattenmeer jedoch nicht erlaubt, 45 Minuten soll die Überfahrt dauern, 45 Euro die einfache Fahrt kosten. Auch Einheimische bekunden Interesse an dem zusätzlichen Fährangebot. Der „Töwerland-Express” erhält seinen handgefertigten Rumpf aus einer extrem stabilen, rostfreien und seewasserbeständiger Aluminium-Magnesium-Legierung in St. Petersburg. Das Leergewicht des Bootes beträgt durch die Bauart nur rund zwei Tonnen. Einen Liegeplatz an Norddeich-Mole hat sich Investor Jörg Schmidt bereits gesichert, auch Kapitäne sind bereits eingestellt. Der „Töwerland-Express” wird allerdings nur elf Personen aufnehmen können,  geplanten Start der Fährverbindung ist Mitte März.