Der Unfall des Containerschiffs AKACIA, das in Kiel-Holtenau am Nord-Ostsee-Kanal mit einem Schleusentor kollidierte und dies erheblich beschädigte, hat gravierende Konsequenzen. Die Reparatur wird erheblich teurer als bislang angenommen. Mehr 20 Millionen Euro soll die Bergung und Instandsetzung kosten.

Der Unfall des Containerschiffs AKACIA, das in Kiel-Holtenau am Nord-Ostsee-Kanal mit einem Schleusentor kollidierte und dies erheblich beschädigte, hat gravierende Konsequenzen. Die Reparatur des kaputten Schleusentors wird erheblich teurer als bislang angenommen. Mehr 20 Millionen Euro soll die Bergung und Instandsetzung nach Informationen der “Kieler Nachrichten” kosten. Damit läge der Schaden weit über dem Neuwert eines Tores. Nach Angaben der Polizei in Kiel sei der unter portugiesischer Flagge fahrende Frachter “Akacia” bei der Schleusendurchfahrt so schnell gewesen, dass der Bug das Tor teilweise durchbrochen habe und auf dem Schleusentor zum Erliegen kam. Vermutlich war seine Maschinenanlage defekt. Er fuhr mit zunehmender statt gedrosselter Geschwindigkeit.

Stundenlange Verzögerung für den Schiffsverkehr

Seitdem steht nur noch eine Schleusenkammer in Kiel-Holtenau zur Verfügung. Deswegen kommt es zu stundenlangen Verzögerungen für Schiffe am Nord-Ostsee-Kanal. Das Wassserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) verhandelt mit Spezialfirmen, um das Tor schnell bergen zu lassen. Auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt funktioniert vor der Ostsee seit Montag nur noch eine Schleusenkammer. Schiffe, die in den Kanal hineinfahren wollen, müssen mit stundenlangen Wartezeiten rechnen.

Auch im Hamburger Hafen bringt der Unfall die Fahrpläne durcheinander. Rund 1,7 Millionen Standardcontainer werden im Jahr zwischen Hamburg und dem Ostseeraum gehandelt. Ein Großteil geht durch den Nord-Ostsee-Kanal. Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine der Hauptverkehrsadern Nordeuropas. Er schließt Skandinavien und die baltischen Staaten an den Weltverkehr an. Rund 30.000 Schiffe nutzen ihn jährlich und transportieren dabei mehr als 80 Millionen Tonnen.