Einen rapiden Anstieg der Quallenpopulation in der Ostsee sehen Meereswissenschaftler aus Kiel. Hauptursachen hierfür sind ökologische Probleme.

Einen rapiden Anstieg der Quallenpopulation in der Ostsee sehen Meereswissenschaftler aus Kiel. Hauptursachen hierfür seien ökologische Probleme wie Überfischung, der Klimawandel und die Überdüngung des Meeres durch Nährstoffeinträge etwa durch die Landwirtschaft. Die Zahl der Quallen pro Kubikmeter Wasser habe zugenommen, ebenso die Zahl der Quallenarten, die teilweise aus der Nordsee in die Ostsee kämen wie die invasive Rippenqualle.

Auch Feuerquallen nehmen zu

An viele Stränden Schleswig-Holsteins treten auch vermehrt Feuerquallen auf, die dem Menschen schmerzhafte Verletzungen zufügen können. So kam es in den vergangenen Wochen bereits zu einigen Verletzten. Auch an anderen Abschnitten der Ostseeküste in Mecklenburg Vorpommern hat es in diesem Sommer schon sehr viele Feuerquallen gegeben. Dagegen hat es in den vergangenen Jahren so gut wie keine Feuerquallen an der Ostseeküste gegeben.

Ursachen Überdüngung und Überfischung

Das Quallenproblem geht vor allem auf mehrere menschengemachte Faktoren zurück: Überfischung ist ein Problem, weil Fische und Quallen um Plankton als Nahrung konkurrieren; je größer das Nahrungsangebot ist, umso mehr Quallen entwickeln sich. Höhere Wassertemperaturen durch den Klimawandel können Quallen besser als Fische tolerieren. Überdüngung bedeutet auch ein größeres Nährstoffangebot für Quallen und ein höherer Salzgehalt begünstigt die sogenannte Quallenblüte. Weniger Nährstoffeinträge ins Meer und weniger Fischfang könnten der Quallenplage ziemlich schnell ein Ende bereiten, doch beides ist nicht so schnell absehbar.