Mehr als 10.000 Leute haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen, die Beschränkungen für die Anzahl und Größe der Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca fordert.

Mehr als 10.000 Leute haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen, die Beschränkungen für die Anzahl und Größe der Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca fordert. Die Plattform aus Kreuzfahrttourismus-Gegnern überreichte die Protestlisten der Balearen-Regierung. Zu dieser Plattform gehören 23 Initiativen, darunter Organisationen wie der Vogelschutzbund Gob oder die Bürgerinitiative Palma XXI. Die Unterzeichner fordern, nur ein Kreuzfahrtschiff pro Tag, beziehungsweise maximal 4.000 Passagiere im Hafen von Palma zuzulassen. Im vergangenen Jahr besuchten insgesamt 2,6 Millionen Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen die Insel. An manchen Tagen sind bis zu 15.000 Kreuzfahrturlauber in Palma unterwegs. Die Zahl war über die vergangenen Jahre immer wieder angestiegen. In der Altstadt von Palma war es häufig zu großem Gedränge gekommen. Die Plattform kritisiert zudem die Luft- und Wasserverschmutzung sowie die Verdrängung normaler Geschäfte in der Innenstadt durch Souvenirläden und andere für Touristen eröffnete Läden.

Palma steht bei der Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe auf Platz zwei in Europa. Das ist das Ergebnis einer Studie von Transport & Environment, der europäischen Dachorganisation von nichtstaatlichen Organisationen aus dem nachhaltigen Verkehrsbereich. Demnach ist vor allem die Schwefeldioxid-Belastung ein großes Problem. Laut dieser Studie stoßen allein die Kreuzfahrtschiffe der Reederei Carnival Cruises zehnmal mehr Schwefeldioxid im Jahr aus als alle 260 Millionen Pkw in Europa zusammen. Diese Abgase enthalten eine Menge Feinstaub. Eine Untersuchung von drei Forschern der Bloomberg School of Public Health, die im Januar 2019 vorgestellt wurde, kommt zu dem Schluss, dass die Partikelbelastung auf Kreuzfahrtschiffen zumindest zeitweise der in einer großen Industriestadt entspricht. Bei der Anwesenheit von zwei Kreuzfahrtschiffen wurde eine Belastung von 70.000 Partikeln pro Kubikzentimeter gemessen. Vor der Ankunft der Schiffe lag die Belastung am selben Ort bei 1.500 Partikeln.

In einer Studie der Balearen-Universität UIB aus dem vergangenen Jahr zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kreuzfahrttourismus heißt es, dass diese Urlaubsform im Jahr rund 256 Millionen Euro auf den Balearen umsetzt. Knapp 5.800 Familien hingen direkt oder indirekt von den Urlaubern der großen Pötte ab.

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