Die MV Werft in Rostock soll zur modernsten Werft der Welt werden. Nachdem die Genting-Gruppe vor zweieinhalb Jahren die Werften mit Standorten in Rostock, Wismar und Stralsund gekauft hatte, wurde kräftig investiert. Insgesamt eine Milliarde Euro hat die Genting-Gruppe bereits für ihren neuen Schiffbau-Standort im Nordosten ausgegeben. Jetzt haben die MV Werften in Rostock ihre neue, 400 Meter lange Produktionshalle 11 in Betrieb genommen und damit auch die modernste Schweißanlage der Welt. 100 Millionen Euro hat allein dieses Vorhaben gekostet.

Die Zahlen zu der neuen Halle sind beeindruckend: 400 Meter ist der Bau lang, 17 000 Kubikmeter Beton und 4000 Tonnen Stahl wurden im vergangenen Jahr verbaut. Auf der sogenannten Laser-Paneellinie schweißt eine Anlage des Herstellers Pema Dünnbleche millimetergenau zusammen. Die neue Laseranlage fertigt bis zu 25 x 11 Meter große Teile. In einem anderen Teil der neuen Halle sollen komplette Sektionen der neuen Schiffe zusammengefügt und ausgerüstet werden. Der Werft-Standort Rostock-Warnemünde ist zu einem Musterbeispiel für die Industrie 4.0 in Deutschland geworden– automatisiert, effektiv, präzise. Rund 135 Mitarbeiter werden in diesem Bereich arbeiten. Gut die Hälfte aller Stahlteile für die neuen Riesen-Schiffe soll dort entstehen.

Unter dem neuen Eigner wurden in den vergangenen beiden Jahren bereits vier Flusskreuzfahrtschiffe gebaut. Mitte 2019 soll in Stralsund das luxuriöseste Expeditionsschiff der Welt zu Wasser gelassen werden. Und nur einen Monat später geht die Mittelsektion des ersten Global Class-Schiffes auf Reise von Rostock nach Wismar.

Mehr als 300 Millionen Euro sind in neue Anlagen und Technik geflossen – zum Beispiel in die Halle 11 in Rostock oder in die Kabinenfertigung in Wismar. Weiteres Ziel ist es, künftig Kreuzfahrtschiffe zu bauen, die nicht mit Schweröl oder Schiffsdiesel fahren, sondern umweltfreundlicher unterwegs sind: in Wismar, Rostock und Stralsund wird an Konzepten für Antriebe mit dem emissionsärmeren Flüssiggas LNG gearbeitet. So könnte bereits das dritte Global-Schiff schon einen LNG-Antrieb bekommen.