Royal Caribbean Cruises baut wegen der Corona-Krise massiv Stellen ab und schickt rund 1.300 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub oder stellt sie frei.

Die Corona-Krise schlägt voll auf das Kreuzfahrtgeschäft durch: Nachdem bereits seit Mitte März keine neuen Kreuzfahrten mehr starteten und nun die USA ihre Häfen für weitere 100 Tage für Abfahrten und Anläufe von Kreuzfahrtschiffen gesperrt haben (Ausnahme: lebensbedrohliche Situationen durch das Virus an Bord), schicken nun die erste Reederei in den USA ihre Mitarbeiter nicht nur in Zwangsurlaub oder Kurzarbeit, sondern stellt sie komplett frei: Der Kreuzfahrtkonzern Royal Caribbean Cruises baut wegen der Corona-Krise massiv Stellen ab. Das Unternehmen mit Sitz in Miami schickt mehr als 25 Prozent der mehr als 5.000 Beschäftigten in den USA in den Zwangsurlaub oder stellt sie frei. Rund 1.300 Mitarbeiter in den Büros und Häfen in den USA müssen das Unternehmen verlassen.  Zuvor waren bereits zahlreiche Verträge von Crewmitgliedern an Bord der Schiffe vorzeitig beendet worden. Royal Caribbean ist nach der Carnival Corporation die Nummer zwei im weltweiten Kreuzfahrtmarkt. Die Reederei begründet die Massenentlassungen mit den Folgen der Corona-Pandemie, es sei “schmerzhaft, sich von so vielen talentierten Mitarbeitern trennen zu müssen”. Rund die Hälfte der betroffenen Angestellten arbeitete in Florida, aber auch in anderen Bundesstaaten, in denen das Kreuzfahrtunternehmen Callcenter betreibt, wurden Mitarbeiter freigestellt.

Die Royal Caribbean Cruises Ltd. hatte zuvor bereits einen Kredit in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar zur Sicherung der Liquidität aufgenommen. Aufgenommen wurde der Kredit laut Medien mit einer Fazilität von einem Jahr. Diese soll um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Gemeinsam mit diesem Kredit verfügte das Unternehmen über eine Liquidität von 3,6 Milliarden US-Dollar. Die Kreuzfahrtlinie hatte bereits im März bestehende Kreditfazilitäten angezapft und sich Zugang zu Fremdkapital von 600 Millionen US-Dollar verschafft. Kürzung und Streichung von Investitionen, Betriebskosten und andere Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität sollen mindestens weitere 1,7 Mrd. USD im Jahr 2020 bringen. Die Freistellungen der Mitarbeiter gehören zu den angekündigten Sparmaßnahmen. Völlig offen ist, wann der Schiffsbetrieb weitergehen kann. Das Unternehmen hat insgesamt 61 Kreuzfahrtschiffe, zu den Marken von RCL gehören Royal Caribbean International, Celebrity, Azamara und Silversea Cruises. RCCL gehört durch ein Joint Venture mit der TUI auch die Hälfte der deutschen TUI Cruises und 49 Prozent von Pullmantur Cruceros in Spanien. Royal Caribbean Cruise Line hat wegen des Corona-Virus alle Fahrten mindestens bis zum 12. Mai ausgesetzt, einige Kreuzfahrten werden wegen Hafenschließungen in Kanada sogar bis zum 1. Juli abgesagt. Man kann aber davon ausgehen, dass die Reederei die Aussetzung aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen weiter verlängern wird, zumal ja die oben angeführte 100 Tage-Regel in den USA gilt.

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