Die US-Reederei Royal Caribbean muss den Angehörigen eines verstorbenen Passagiers mehr als drei Millionen US-Dollar Schadenersatz zahlen.

Die US-Reederei Royal Caribbean muss den Angehörigen eines verstorbenen Passagiers mehr als drei Millionen US-Dollar Schadenersatz zahlen. Das urteilte jetzt ein US-Gericht wie der Miami Herald berichtet. Der Passagier war an einem Herzinfarkt gestorben, nur wenige Tage, nachdem er auf der Explorer of the Seas seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte. Das Gericht sah die Schuld vor allem bei der Reederei und dem Schiffsarzt. Der Passagier ging mit Atemnot ins Bordkrankenhaus. Der Arzt diagnostizierte einen „septischen Infarkt“, gab dem Mann Medikamente und schickte ihn zurück auf seine Kabine. Dort brach der Patient etwa eine halbe Stunde später zusammen. Zwei hinzu gerufene Krankenschwestern konnten ihn weder behandeln noch transportieren. Crew-Mitglieder brachten ihn erneut ins Bordkrankenhaus, dort wurde seine Ausschiffung angewiesen. Er wurde mit einem Rettungsschiff an Land gebracht und kam ins Krankenhaus des Ortes Juneau (Alaska). Dort starb der Mann vier Tage später. Das Gericht in Miami begründete sein Urteil damit, dass der Schiffsarzt mehrere Behandlungsfehler begangen habe. Diese hätten dazu geführt, dass der Herzinfarkt tödlich endete. Royal Caribbean muss der Familie des Mannes aus Wisconsin daher nun 3,38 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund drei Millionen Euro, Schadensersatz zahlen. Die Reederei will gegen das Urteil Berufung einlegen.
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