Nach knapp drei Monaten im Pazifik muss der Plastikmüll-Fänger von The Ocean Cleanup beschädigt wieder an Land geschleppt werden.

Nach knapp drei Monaten im Pazifik muss der Plastikmüll-Fänger von The Ocean Cleanup beschädigt wieder an Land geschleppt werden. Ein 18 Meter langes Endstück hat sich gelöst und die Anlage arbeitet nicht richtig. Als Ursache für den Schaden wird Materialermüdung und starke örtliche Beanspruchung vermutet. Viel gravierender ist aber, dass das mehrfach ausgezeichnete System von Ocean Cleanup noch nicht vernünftig funktioniert. Die Anlage fischt zwar Plastik aus dem Meer, kann jedoch das eingesammelte Plastik nicht festhalten. Nun soll bei der anstehenden Reparatur die Anlage so angepasst werden, dass auch dieses Problem gelöst wird. Trotz des Schadens liegt der Plastikmüll-Fänger stabil im Wasser, für Begleitschiff, Umwelt und den Schiffsverkehr gibt es kein Sicherheitsrisiko. Es ist noch nicht entschieden, ob die Anlage zur Reparatur nach San Francisco oder nach Honolulu gebracht wird.

Die Anlage war im September aus der Bucht von San Francisco zum Great Pacific Garbage Patch geschleppt worden und dort am 17. Oktober gestartet worden. Bei diesem Strömungswirbel sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern rund 1,8 Billionen Plastikteile sammeln. In fünf Jahren sollte mit der neuartigen Anlage bis zur Hälfte des Plastikmülls aus dem  Nordpazifikwirbel gefischt werden, der Wirbel  als eine der größten Ansammlungen von Plastikmüll weltweit gilt. Das System 001 ist ein etwa 600 Meter langer U-förmiger Schwimmkörper, an dem ein drei Meter ins Wasser reichender Vorhang aufgehängt ist und  soll Plastikmüll aus dem Pazifik filtern. Die Teile sammeln sich in dem U-förmig ausgelegten Schlauch mit dem Vorhang und werden schließlich von einem Schiff eingesammelt und abtransportiert. Auf dem Schlauch sind mehrere Plattformen angebracht. Darauf sind Lampen sowie verschiedene Sensoren montiert, darunter GPS, um das System zu orten, sowie solche, die den Zustand des Schlauchs und des Vorhangs erfassen. Die Sensoren kommunizieren untereinander per WLAN und per Satellit mit dem Land. Das Automatische Identifikationssystem (AIS) sowie Radarreflektoren machen Schiffe auf die Struktur im Wasser aufmerksam. Bedenken von Forschern, dass sich Meerestiere in der schwimmenden Barriere verfangen, weist das Team von The Ocean Cleanup weitgehend zurück. Mit der Wasserströmung könnten sie unbeschadet unter der Anlage wegtauchen, heißt es auf der Webseite der Stiftung.

The Ocean Cleanup will bis zu 60 weitere Auffangsysteme für Plastikmüll in den Weltmeeren installieren. Ziel ist, 90 Prozent des Plastikmülls bis zum Jahr 2040 aus den Ozeanen zu fischen. Gegründet wurde The Ocean Cleanup 2014 vom damals erst 20-jährigen Niederländer Boyan Slat. Schon mit 16 Jahren war dem jungen Niederländer beim Tauchurlaub in Griechenland die Idee zu dem Projekt gekommen. Bereits damals sah er “fast mehr Plastik als Fische” im Wasser. Letztendlich konnte Slat Investoren sowie zahlreiche Universitäten und Unternehmen für sein Millionenprojekt gewinnen. Die Zentrale ist im niederländischen Delft.

Weitere Informationen unter The Ocean Cleanup

Zur Technik: https://www.theoceancleanup.com/technology/