Kreuzfahrt- und Fährindustrie helfen in der Corona-Krise schnell und unbürokratisch und wandeln ihre Schiffe in Krankenhäuser um.

Kreuzfahrt- und Fährindustrie helfen in der Corona-Krise schnell und unbürokratisch und wandeln ihre Schiffe in Krankenhäuser um. So ist die 214 Meter lange Fähre „GNV Splendid“ der italienischen Reederei Grandi Navi Veloci (GNV), die in Genua vor Anker liegt, in ein Krankenhaus für Coronavirus-Patienten umgewandelt worden, die inzwischen von der Infektion genesen sind. Als Sofortmaßnahme wurden 25 Kabinen in Zimmer für Patienten umgebaut. Die Zahl der verfügbaren Kabinen soll schrittweise auf 400 aufgestockt werden. An Bord befindet sich auch eine Plattform für die Landung von Hubschraubern. Das Projekt wurde von der Muttergesellschaft, dem Kreuzfahrt- und Logistikunternehmen MSC entwickelt. Italien leidet derzeit unter einem akuten Mangel an Plätzen in den Krankenhäusern.

Auch Frankreich wappnet sich mit Schiffen gegen den erwarteten Massenansturm der Corona-Fälle. Die französische Marine schickte ihren Hubschrauberträger “Tonnerre” nach Ajaccio auf Korsika, um die medizinische Evakuierung von Covid-19 Patienten in die Einrichtungen in der Provence-Alpes-Côte-d’Azur zu ermöglichen. Die Maßnahme soll die Intensivstation des Krankenhauses von Ajaccio entlasten. Schwere Fälle sollen in Krankenhäuser an der französischen Riviera verlegt werden. Die “Tonnerre” ist mit einem Bord-Krankenhaus ausgerüstet, welches über zwei Operationssäle und 69 Betten verfügt. Die Kapazität kann auf 250 Betten ausgeweitet werden.

Ein Schiff der US-Marine hilft in New York: Das 272 Meter lange Lazarettschiff USNS Comfort wurde von Virginia aus zum Big Apple entsendet. Das Militärschiff verfügt über 1.000 Krankenhauszimmer und 12 Operationssäle. Die Regierung geht davon aus, dass die derzeit 53.000 Krankenhausbetten in New York nicht ausreichen, wenn die Zahlen der Infizierten so stark ansteigen wie befürchtet. Die Amerikaner erwarten den Höhepunkt der Fallzahlen in etwa 45 Tagen.

Mit Carnival bietet eine weitere Kreuzfahrtgesellschaft an, ihre Schiffe in provisorische, temporäre Krankenhäuser umzuwandeln. Angesichts des wachsenden Drucks auf die medizinischen Einrichtungen an Land und des Fehlens von Intensivbetten würden durch den Einsatz der Schiffe zusätzliche Kapazitäten für die Behandlung von Nicht-Covid-19-Patienten geschaffen. Als Folge werde in den Krankenhäusern Platz für ernsthaft betroffene Virus-Patienten frei.

Bei Bedarf könnten ausgewählte Kreuzfahrtschiffe des Carnival-Konzerns schnell als Krankenhäuser mit bis zu 1.000 Zimmern bereitgestellt werden, um Patienten mit weniger kritischen Nicht-COVID-19-Erkrankungen zu behandeln. Die temporären Krankenhäuser würden dank der auf den Schiffen installierten Hochgeschwindigkeitsnetze auch eine Fernüberwachung der Patienten ermöglichen. Darüber hinaus bieten die Kreuzfahrtschiffe, die als vorübergehende Krankenhauseinrichtungen zur Behandlung von Nicht-COVID-19-Patienten eingesetzt werden, bis zu sieben Intensivbetten im medizinischen Zentrum des jeweiligen Schiffes, ausgestattet mit zentraler Herzüberwachung, Beatmungsgeräten und anderem wichtigen medizinischen Equipment. Die temporären Krankenhauskreuzfahrtschiffe würden an einem Pier in der jeweiligen Region anlegen und von der Schiffsbesatzung betrieben. Medizinische Dienstleistungen würden von der Regierungsbehörde oder den jeweiligen Krankenhäusern erbracht.

Weitere Informationen unter https://www.nytimes.com/2020/03/20/travel/coronavirus-carnival-cruise-ships-hospitals.html