In Venedig ist erneut nur knapp ein Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff vermieden worden. Die Costa Deliziosa geriet während eines schweren Gewitters außer Kontrolle.

In Venedig ist erneut nur knapp ein Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff vermieden worden. Die Costa Deliziosa der Reederei Costa Crociere ist während eines schweren Gewitters mit Hagel und Wind unweit des Markusplatzes außer Kontrolle geraten. Die Costa Deliziosa fuhr während eines Unwetters gefährlich nahe an die Pier bei den Giardini im Stadtteil Castello heran, wo das Kunstfestival Biennale stattfindet. Das fast 300 Meter lange Schiff, das mehr als 2800 Gäste an Bord nehmen kann, konnte gerade noch rechtzeitig gestoppt werden.Wie die Hafenbehörde mitteilte, verfehlte das Schiff nur knapp eine Yacht und andere Boote, die sich am Ufer „Riva dei Sette Martiri“ befanden. Das Schiff wurde aus dem Hafen geschleppt. Eine Notfallsirene ertönte, während Schlepper versuchten, das Kreuzfahrtschiff wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Passagiere in den Wasserbussen gerieten in Panik. Die Staatsanwaltschaft von Venedig leitete eine Untersuchung ein. Auch Verkehrsminister Danilo Toninelli ordnete Ermittlungen zu dem Vorfall an. Erneut ertönte die Forderung, Kreuzfahrtschiffe aus Venedig zu verbannen. Die Organisation „No Grandi Navi Venezia“, die für ein Verbot der Schiffe in Venedig eintritt, postete ein Video des Vorfalls auf Twitter.

Costa Crociere machte ein technisches Problem für den Unfall verantwortlich. Dass die gigantischen Schiffe überhaupt durch die Lagune der Weltkulturerbestadt fahren, ist höchst umstritten. Kritiker wollen die großen Kreuzfahrtschiffe komplett aus Venedig verbannen. Bisher fahren sie im Kanal von Giudecca in Sichtweite von Sehenswürdigkeiten wie dem Markusplatz. Erst Anfang Juni war in Venedig die MSC Opera bei der Anlegestelle San Basilio im zentralen Giudecca-Kanal mit einem Ausflugsschiff zusammengestoßen und rammte die Anlegestelle. Wie durch ein Wunder wurden nur vier Menschen verletzt. Einige Menschen sprangen in Panik ins Wasser. Stadt, Regierung und Umweltverbände können sich seit Jahren nicht auf eine alternative Anlegestelle für die Kreuzfahrtschiffe in Venedig einigen.

Weitere Informationen unter http://www.nograndinavi.it/