Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt wegen zweiter MS Deutschland Pleite

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat im Nachgang zur zweiten Insolvenz der MS Deutschland ein Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Verantwortliche eingeleitet. Das Verfahren werde „wegen des Verdachts der vorsätzlichen Insolvenzverschleppung, des Kapitalanlagebetrugs, des Betrugs, der Untreue und der Urkundenfälschung gegen verschiedene Personen geführt”, sagte Oberstaatsanwältin Ulla Hingst dem manager magazin.

Das ehemalige TV-“Traumschiff” war 2010 von der Münchener Holding Aurelius aus der ersten Pleite herausgekauft worden. Aurelius reichte die MS Deutschland Anfang 2014 für einen Euro an die Münchener Callista Private Equity weiter. Im Oktober 2014 wurde dann der Insolvenzantrag gestellt. Laut dem manager magazin sagte Hingst, die Ermittlungen seien unmittelbar nach Eingang der ersten Strafanzeige aufgenommen worden.

Bereits im Jahr 2009 hatten die ursprünglichen Eigentümer, die Deilmann-Zwillinge Hedda und Gisa einen Insolvenzantrag gestellt, der zu einem Gerichtsverfahren führte. Die Zwillinge sollen versucht haben, Erbteile noch vor dem Insolvenzantrag der Reederei innerhalb der Familie zu verschieben, um sie vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen und weniger Erbschaftssteuer zahlen zu müssen. Vom Landgericht Lübeck waren sie deswegen zu einer Haftstrafe von jeweils 2 Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf, die „Feststellungen des Landgerichts seien „lückenhaft sowie widersprüchlich“. Das Landgericht Lübeck muss den Fall neu verhandeln.